Exotische Tiere: NRW Umweltminister Eckhard Uhlenberg sieht Handlungsbedarf

(24.03.2010) „Die Haltung von exotischen Tieren nimmt in Nordrhein-Westfalen wie in den anderen Bundesländern seit Jahren zu. Darunter sind auch zahlreiche gefährliche Arten: Giftschlangen, Würgeschlangen, Giftspinnen, Skorpione, Giftfrösche, giftige Fische, Raubkatzen, Schnappschildkröten und weitere.

Diese Entwicklung halte ich für bedenklich. Ich weiß zwar, dass viele Tierhalter verantwortungsbewusst und sachkundig mit den Tieren umgehen. Ich habe allerdings auch Verständnis für die Besorgnis und das Unbehagen vieler Menschen, wenn in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft solche Tiere gehalten werden.

Auch wenn in dem aktuellen spektakulären Fall in Mülheim zum Glück bisher keine Personen zu Schaden gekommen sind, halte ich es für nicht hinnehmbar, wenn ein 19-Jähriger ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen in seiner Dachgeschosswohnung eine giftige Kobraschlange hält.

Angesichts der bundesweiten Entwicklung beim Handel und bei der Haltung gefährlicher, exotischer Tiere sehe ich politischen und gesellschaftlichen Handlungsbedarf. Wegen der Komplexität der Materie ist allerdings eine gründliche Prüfung aller Optionen erforderlich. Sie reichen vom einfachen Sachkundenachweis bis hin zum gänzlichen Verbot.

Regelungen sind nur sinnvoll, wenn ihre Einhaltung wirksam kontrolliert werden kann. In der Lösung dieses Problems sehe ich eine besondere Herausforderung.

Es ist nicht allein mit dem Erlass von Gesetzen und Verordnungen getan, sie müssen auch durchsetzbar sein. Ich habe mein Haus angewiesen, in Kooperation mit dem für Gefahrenabwehr zuständigen Landesministerium, alle Optionen zur Verbesserung der Situation zu prüfen.

Da alle Bundesländer von der Problematik betroffen sind, werde ich das Thema noch im April mit meinen Kollegen auf der Agrarministerkonferenz beraten.“

 


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