Bundesanstalt für Gewässerkunde markiert Fische an Staustufe Koblenz

(30.04.2013) Eine Woche lang hat die Bundesanstalt für Gewässerkunde unterhalb der Staustufe Koblenz Fische gefangen, markiert und wieder freigesetzt. Die Maßnahme ist Teil einer großangelegten Untersuchung zur Durchgängigkeit von Bundeswasserstraßen.

Nun ist die Aktion abgeschlossen, eine große Zahl von Fischen ist markiert, die Passage der Tiere durch die Fischaufstiegsanlage kann beobachtet werden.

So mancher Passant am Moselufer wird sich diese Woche gefragt haben: was hat ein Boot beim Fischfang mitten im Schonbezirk am Peter-Altmeier-Ufer unterhalb der Mosel-Staustufe zu suchen?


Nach dem Auslesen des implantierten Chips geht es für diesen Fisch zurück in die Freiheit

Die Antwort lautet: das Fangboot war Teil einer Freilanduntersuchung, bei der Experten der Bundesanstalt für Gewässerkunde mehr als fünfhundert Fische markiert haben.

Um Fischaufstiegsanlagen besser planen zu können und um ihre Wirksamkeit zu überprüfen, brauchen die Wissenschaftler Daten über die Wanderwege von Fischen. Dabei müssen verschiedene Fischarten berücksichtigt werden.

Bei der Markierungsaktion an der Koblenzer Schleuse waren es hauptsächlich Rotaugen, Barben, Nasen und Brachsen, die das Fangboot zum Koblenzer Fischpass brachte.

Dort nahm ein Team von Fischereibiologen die Tiere in Empfang, vermaß sie und pflanzte ihnen so genannte RFID-Chips ein, wie sie auch bei Haustieren verwendet werden.

Nach kurzer Zeit wurden die Fische im Unterwasser der Staustufe wieder in die Freiheit entlassen. Nun können sie anhand ihrer Chips identifiziert werden – zum Beispiel, wenn sie eine Zählstelle in einer Fischaufstiegsanlage durchschwimmen.


Fangboot im Unterwasser der Koblenzer Schleuse

Davon gibt es in der Koblenzer Anlage gleich mehrere. So kann bestimmt werden, welchen Weg die Fische durch die Anlage genommen haben und wie lange sie dafür brauchten.

„Die Fischaufstiegsanlage an der Koblenzer Moselschleuse ist ein Pilotprojekt“, so Dr. Matthias Scholten, Fischereibiologe in der Bundesanstalt für Gewässerkunde. „Diese Markierungsaktion liefert uns wichtige Informationen über die Auffindbarkeit und Passierbarkeit der Fischaufstiegsanlage. Gleichzeitig testen wir eine neue Methode zur Erfassung von Fischbewegungen in Fischaufstiegsanlagen.“

Insgesamt ca. 250 Staustufen an Mosel, Main, Neckar und anderen Bundeswasserstraßen sollen für Fische wieder passierbar gemacht werden. An der Koblenzer Fischaufstiegsanlage sammeln die Forscher Erfahrungen für den Bau dieser Anlagen.



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