Luc De Meester ist neuer Direktor des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei

(28.01.2020) Der belgische Gewässerökologe und Evolutionsbiologe Luc De Meester tritt als neuer Direktor an die Spitze des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB).

Das IGB ist das bundesweit größte und eines der international führenden Forschungszentren für Binnengewässer. Neben der Direktorenaufgabe am IGB übernimmt Luc De Meester auch die Professur für Freshwater Science an der Freien Universität Berlin.


Der belgische Gewässerökologe und Evolutionsbiologe Luc De Meester ist neuer Direktor des IGB.
Luc De Meester kommt von der Universität Löwen (KU Leuven) in Belgien, wo er Professor für Ökologie und Evolutionsbiologie ist, auf den Direktorenposten am IGB: „Ich bin begeistert vom IGB mit seinem interdisziplinären Forschungsansatz, den vielfältigen Kooperationen und der ausgezeichneten Transferarbeit an der Schnittfläche von Wissenschaft und Gesellschaft.

Das Institut ist in der Gewässerforschung national und international hervorragend positioniert. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, das Potenzial dieses großartigen Instituts weiterzuentwickeln.“

Exzellente Startbedingungen

Das IGB erforscht die grundlegenden Vorgänge in Gewässern und deren Lebensgemeinschaften sowie ihre Reaktionen auf Umweltveränderungen, einschließlich menschengemachter Veränderungen wie Klimaerwärmung und Urbanisierung. Dieses Wissen hilft, Szenarien und Maßnahmen für ein nachhaltiges Gewässermanagement und den Erhalt der aquatischen Biodiversität zu entwickeln – und Gewässer als überlebenswichtige Ressource und wertvolle Lebensräume zu bewahren.

Luc De Meester will das IGB als zentralen Akteur und Partner in der Gewässerforschung und im Austausch mit der Gesellschaft weiter stärken: „Der Standort in Berlin, Deutschland und Europa bietet dem IGB mit seinen hervorragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beste Voraussetzungen, um umwelt- und gesellschaftsrelevante Forschungsfragen auf exzellentem Niveau zu bearbeiten. Berlin hat sich zu einem einzigartigen Forschungsstandort mit einem Netzwerk aus Forschungseinrichtungen, innovativen Firmen und zivilgesellschaftlichen Initiativen entwickelt, der Menschen aus der ganzen Welt anzieht.

Zu diesem Wissensschatz trägt das IGB bei, und wir wollen unsere Anstrengungen in Zukunft noch verstärken. Zudem ist Berlin ein Ort, an dem der menschliche Einfluss offensichtlich sehr hoch und gleichzeitig das gesellschaftliche Streben nach mehr Nachhaltigkeit deutlich spürbar ist.

Wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, wie natürliche Systeme funktionieren und wie sie auf Stressfaktoren und Management reagieren, sind entscheidend, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Getreu dem Leitspruch des IGB ‚Forschen für die Zukunft unserer Gewässer‘ soll unser Forschungswissen die Gesellschaft und Entscheidungsträger in die Lage versetzen, den globalen Umweltveränderungen besser zu begegnen und das richtige Verhältnis zwischen Schutz und Nutzung gewässerbasierter Ressourcen und Ökosysteme zu schaffen – wobei ein hinreichender Schutz oft entscheidend für die nachhaltige Nutzung ist.“

Der Forscher Luc De Meester

Luc De Meester untersucht die Reaktionen von Süßwasserökosystemen, Artengemeinschaften und Populationen auf natürliche und menschengemachte Umwelteinflüsse, und wie Wechselwirkungen zwischen ökologischen und evolutionären Prozessen diese Reaktionen beeinflussen können.

Seine Arbeit hat grundlegende Erkenntnisse darüber geliefert, wie die erstbesiedelnden Arten den Erfolg einer Artengemeinschaft bei der Etablierung steigern können und wie die sogenannten öko-evolutionären Prozesse die biologischen Reaktionen auf Umweltveränderungen, darunter Klimawandel, intensive Landwirtschaft und Urbanisierung, beeinflussen.

Er ist überzeugt, dass es von zentraler Bedeutung ist, die biologische Vielfalt zu erforschen – ihr Entstehen und Bestehen zu begreifen und ihre wichtige Rolle für das Funktionieren von Ökosystemen und deren Leistungen für uns Menschen sichtbar zu machen. Und angesichts des Ausmaßes der Biodiversitäts- und Klimakrise fordert er eine globale, kollaborative, grundlegende und lösungsorientierte Nachhaltigkeitsforschung.

Die erfolgreiche Arbeit fortsetzen

Luc De Meester übernimmt den Direktorenposten von Klement Tockner, der das IGB von 2007 bis 2016 leitete, bevor er zum Präsidenten des österreichischen Wissenschaftsfonds FWF berufen wurde.

In der Zwischenzeit wurde das Institut kommissarisch von Mark Gessner, Leiter der IGB-Abteilung Experimentelle Limnologie, geführt und erfolgreich evaluiert. Luc De Meester bedankt sich bei seinen engagierten Vorgängern: „Dank der effektiven Führung von Klement Tockner und Mark Gessner, in Zusammenarbeit mit dem erfolgreichen Team aus Forschenden und unterstützenden Mitarbeitenden am Institut, hat das IGB kontinuierlich an Exzellenz, Relevanz und internationaler Reputation gewonnen.

Ich bin sehr dankbar für ihre großartige Arbeit und will hier anknüpfen und gemeinsam mit den Mitarbeitenden des Instituts die Vision des IGB für die Zukunft entwickeln.“


Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Angler ; Bildquelle: Florian Möllers

Anglerinnen und Angler sorgen für Fischartenvielfalt im Baggersee

Forschende des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) haben zusammen mit Fischereibiologen des Anglerverbands Niedersachsen (AVN) die Fischgemeinschaften in anglerisch bewirtschafteten und unbewirtschafteten Baggerseen verglichen
Weiterlesen

Fungizide können in Gewässer gelangen und Einfluss auf die dortigen Mikroorganismen nehmen.; Bildquelle: pixabay

Fungizide als unterschätzte Gefahr für Organismen in Gewässern

Fungizide aus der Landwirtschaft können in angrenzende Gewässer gelangen. Die Effekte auf die Lebewesen in Flüssen und Seen sind bisher jedoch kaum untersucht
Weiterlesen

Freizeitschifffahrt an der Elbe; Bildquelle: Christian Wolter

Flussfische vertragen keinen starken Schiffsverkehr

Deutschland ist einer der wichtigsten Märkte für den Güterverkehr per Schiff. Hinzu kommt eine wachsende, aber kaum regulierte Freizeitschifffahrt
Weiterlesen

Fabian Schäfer und Werner Kloas vom IGB nehmen den Ralf-Dahrendorf-Preis von Bundesministerin Anja Karliczek entgegen (von links nach rechts); Bildquelle: Bernd Lammel, Bildkraftwerk

Auszeichnung für Aquaponik-Projekt: Tomaten und Fische wachsen unter einem Dach

Ein Forschungsteam am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) erhält den Ralf-Dahrendorf-Preis für den Europäischen Forschungsraum
Weiterlesen

Eine verbesserte Fischerei- und Naturschutzpolitik spiegelt die Bedürfnisse der Angelfischerei stärker wider als bisher der Fall; Bildquelle: Florian Möllers

Fünf-Punkte-Plan zur Integration von 220 Millionen Hobbyanglern in eine nachhaltige Fischerei- und Gewässerschutzpolitik

Weltweit gibt es etwa fünfmal mehr Hobbyangler als Berufsfischer. Bisher berücksichtigt die internationale Fischerei- und Gewässerschutzpolitik die Bedürfnisse und Eigenheiten dieser 220 Millionen Angler kaum
Weiterlesen

Amazonenkärpflinge vermehren sich durch Klonung und eignen sich deshalb ideal dazu, den Einfluss von Vertrautheit zu erforschen.; Bildquelle: David Bierbach

Fische, die sich lange kennen, gehen aggressiver miteinander um

Bei Tieren kann die Aggressivität untereinander steigen, wenn die Individuen längere Zeit in unveränderten Gruppen zusammenleben
Weiterlesen

Universität Wien

Invasive Arten bleiben oft lange unentdeckt

ForscherInnen entwickeln Konzept zum Schutz der Biodiversität
Weiterlesen

Venezuela Guppys; Bildquelle: David Bierbach, IGB

Lichtverschmutzung macht Fische mutig

Künstliches Licht in der Nacht macht Guppys am Tage risikobereiter, so das Ergebnis eines Verhaltensexperiments von Forschern des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und des Max-Planck Instituts für Bildungsforschung
Weiterlesen


Wissenschaft


Universitäten


Neuerscheinungen

03.01.