Projekt Besatzfisch 2.0: Angeln mal ganz wissenschaftlich

(10.02.2016) Wer meint, dass Wissenschaft und Anglerpraxis nichts miteinander gemein haben, der kennt das Projekt Besatzfisch nicht. Hier forschten in den vergangenen sechs Jahren junge Wissenschaftler aus Berlin zusammen mit 18 Angelvereinen aus Niedersachsen zum Sinn und Unsinn von Fischbesatz.

Nun will das Projekt mit seinen praxisrelevanten Ergebnissen auf Deutschlandtournee gehen. Für die Planung von insgesamt sechs Großveranstaltungen im Herbst diesen Jahres möchten die Mitarbeiter des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) möglichst alle Landesanglerverbände und Angelvereine mit ins Boot holen.

„Komm, lass uns Neues zur Bewirtschaftung von Angelgewässern erfahren“, so könnte bald ein Gespräch zwischen Gewässerwarten, Angelvereinsvorständen und interessierte Petrijüngern in Deutschlands klingen.


Hand in Hand: Im Projekt Besatzfisch forschten Wissenschaftler gemeinsam mit niedersächsischen Angelvereinen an ihren eigenen Gewässern zum Thema Fischbesatz.

Doch nur nicht nur Zuhören, sondern auch Schauen, Diskutieren, Netzwerken und Schmunzeln stehen auf der Agenda der geplanten Informationsveranstaltungen des Projekts Besatzfisch.

Projektleiter Prof. Dr. Robert Arlinghaus, Professor für Integratives Fischereimanagement an der Humboldt-Universität zu Berlin und Wissenschaftler am IGB, verspricht: „Die Ergebnisse geben wertvolle Impulse für die anglerische Hege und Pflege.“

Im Fokus stehen der Fischbesatz und alternative Vorgehen bei der Bewirtschaftung von Angelgewässern. Geplant sind im Jahr 2016 sechs Großveranstaltungen über ganz Deutschland verteilt. Alle Landesanglerverbände sind herzlich eingeladen, Mitveranstalter zu werden.

Entsprechende Einladungsschreiben sind kürzlich versandt worden. Vereine und Privatpersonen, die die Chance zur kostenlosen Teilnahme nutzen wollen, können sich zudem unter www.besatz-fisch.de über die neuesten Entwicklungen informieren.

„Hand in Hand für nachhaltige Angelfischerei“, diesen Leitsatz schrieben sich die Nachwuchsforscher um Prof. Dr. Robert Arlinghaus auf die Fahnen, als sie im Jahr 2010 das Projekt Besatzfisch starteten.

Gemeinsam mit 18 niedersächsischen Angelvereinen forschte das Team fünf Jahre zu den zu ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten von Fischbesatz. Die wissenschaftlichen Ergebnisse wurden in einer Broschüre, einem Handbuch, zahlreichen Aufsätzen, einem Film sowie diversen Presse-, Hörfunk-, und Fernsehbeiträgen für die Öffentlichkeit aufbereitet.

„Aufgrund zeitlicher Beschränkungen konnten wir unsere Ergebnisse aber persönlich bisher nur an unsere kooperierenden Vereine in Niedersachsen herantragen“, bedauert Arlinghaus. „Darum haben wir nun ein Folgeprojekt namens Besatzfisch 2.0 gestartet, das allen Angelvereinen und darin organsierten Gewässerwarten und Anglern deutschlandweit die Chance geben soll, die praxisrelevanten Ergebnisse aus erster Hand zu erfahren.“

Ein weiteres Ziel von Besatzfisch2.0 ist die Entwicklung einer Hegeplanungs-Software für Gewässerwarte.



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