Deutscher Preis für Wissenschaftsfotografie geht an Haiforscher

(30.08.2016) Tom Vierus, Masterstudent am Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) in Bremen, hat den Deutschen Preis für Wissenschaftsfotografie in der Kategorie „Reportage“ gewonnen.

Mit einer Bilderserie zu seiner Forschung über junge Haie in Fidschi konnte er die Jury überzeugen. Der Preis wird jährlich vom renommierten Magazin „Bild der Wissenschaft“ ausgeschrieben.

Sieben Monate lebte der Student auf der Insel Viti Levu unter anderem im Hause des Dorfvorstehers, der ihn bei seiner Forschung unterstützte.


Tom Vierus mit einem Schwarzspitzenhai auf einer Bootsausfahrt in Fidschi

Gemeinsam mit Fischern vor Ort und ausgestattet mit Netzen und Langleinen fuhr Vierus nächtelang im Boot hinaus in das mangrovenumsäumte Delta des Ba-Flusses, um junge Haie zu fangen, mit Sendern zu versehen und winzige Gewebeproben für die DNA-Analyse zu nehmen, bevor er die Tiere wieder ins Wasser entließ.

Die Sender ermöglichten es ihm, jedes wiedergefangene Tier zweifelsfrei zu identifizieren.

„Wir vermuten, dass das Mündungsgebiet des Ba-Flusses eine wichtige Kinderstube für Haie ist, die im jungen Alter dort Schutz vor großen Raubfischen suchen“, erklärt Tom Vierus. „Neben dem gefährdeten Schwarzspitzenhai fanden wir auch zwei vom Aussterben bedrohte Hammerhai-Arten.“

Mit seinen Forschungsergebnissen möchte er den Schutz dieses Küstengebietes zum Thema machen, denn eine australische Firma plant, im Fluss das Mineral Magnetit abzubauen, was das Ökosystem stark aus dem Gleichgewicht bringen könnte.

Seine Begegnungen mit Haien und seine Forschungsarbeit dokumentierte Tom Vierus in Fotoserien mit einem Blick für außergewöhnliche Perspektiven. „Haie faszinieren mich“, erklärt der Hobbyfotograf. „Sie sind perfekt angepasste Räuber, strotzen vor Muskelkraft und sind dennoch sehr elegante Tiere. Haie existieren schon seit ca. 400 Millionen Jahren, also weit länger als die ersten Dinosaurier, und sie spielen eine wichtige Rolle im Ozean, da sie vor allem kranke und schwache Tiere fressen.“

Auf seiner Webseite www.livingdreams.tv zeigt der Student noch weitere seiner beeindruckenden Haibilder, die von seiner großen Bewunderung für diese Tiere zeugen.

Der vielgereiste Meeresbiologe machte sein Abitur in Südafrika, wo er erste Fotografie-Erfahrungen sammelte. Nach einer Taucherausbildung auf Bali und in Ägypten sowie einem Praktikum in Florida begann er, betreut vom ZMT, seine Masterarbeit auf Fidschi. Das Einleben in fremde Kulturkreise fällt ihm nicht schwer. „Mit meiner Bootscrew teilte ich nicht nur viele Stunden auf dem Wasser unter fantastischem Sternenhimmel, wir lebten auch gemeinsam in ihrem Fischerdorf. So bekam ich die einmalige Chance, tief in die Kultur der Fidschianer einzutauchen“, berichtet der Student.

Die Preisträger werden am 19. November 2016 in einer feierlichen Veranstaltung im Bremer Haus der Wissenschaft ausgezeichnet.

Die 5.000 Euro Preisgeld des Wettbewerbs sind bereits verplant: Tom Vierus möchte sie für eine neue Kameraausrüstung ausgeben.



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