Bekämpfung von Viehseuchen und Schädlingen im 18. und 19. Jahrhundert

(19.06.2006) Ein internationaler Workshop zum Thema "Herausforderung Ressourcensicherung - Zur Viehseuchen- und Schädlingsbekämpfung im 18. und 19. Jahrhundert" findet am 21. und 22. Juni 2006 an der Universität Göttingen statt.

Dazu lädt das Graduiertenkolleg "Interdisziplinäre Umweltgeschichte. Naturale Umwelt und gesellschaftliches Handeln in Mitteleuropa" ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Frage nach Akteuren, Strategien und konkreten Maßnahmen zur Eindämmung von Seuchen und Schädlingen.

Darüber hinaus wird es um zeitgenössische Umweltvorstellungen, um mögliche Konflikte zwischen Verwaltung und Bevölkerung und um Erklärungsmodelle für das Auftreten von Krankheiten und Schädlingen gehen. Zu diesen Themenkomplexen referieren Wissenschaftler aus Dänemark, Deutschland, Kanada, Österreich, der Schweiz und den USA.

Die umwelthistorische Forschung hat sich bislang nur selten mit der Bekämpfung von Viehseuchen und Schädlingen beschäftigt. Dabei entwickelten sich die Eindämmungsversuche gegen die "landesverderblichen Übel" der Seuchen und die "culturschädlichen Tiere" vom 18. Jahrhundert an zu einer wichtigen Aufgabe staatlichen Handelns.

"Vor allem die so genannte Horn-Vieh-Seuche, der bis zu Dreiviertel der Rinderbestände zum Opfer fielen, war regelmäßig eines der Hauptthemen in der Diskussion um Landwirtschaft und Agrarverbesserung. Neben den Landesadministrationen beteiligten sich insbesondere humanmedizinisch vorgebildete, bürgerliche Gelehrte, aber auch Landadelige mit eigenen Beiträgen an der Viehseuchendebatte und versuchten, auf das Verhalten der Bevölkerung und der Regierungen Einfluss zu nehmen.

In ähnlicher Weise wurden Maßnahmen gegen schädliche Insekten und Nagetiere ergriffen. Im 19. Jahrhundert entstanden daraus neue Wissenschaftszweige wie die angewandte Entomologie", erläutert Dominik Hünniger vom Max-Planck-Institut für Geschichte, der dem Göttinger Graduiertenkolleg als Stipendiat angehört.

Im Rahmen der Veranstaltung ist ein öffentlicher Abendvortrag geplant. Prof. Dr. Sarah Jansen spricht am Mittwoch, 21. Juni 2006, zum Thema "Vom ,schädlichen Insekt' zum ,Schädling' - Entstehung eines wissenschaftlichen und politischen Gegenstandes".

Die Referentin lehrt Wissenschaftsgeschichte an der Harvard University in Cambridge (USA). Der Vortrag findet im Gebäude Bürgerstraße 50, Raum 102, statt und beginnt um 18.15 Uhr.

Informationen im Internet können unter http://www.anthro.uni-goettingen.de/gk abgerufen werden.

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