Blauzungenkrankheit: Ausnahme vom Impfobligatorium in der Schweiz ist möglich

(14.01.2010) Um ein Aufflackern der Blauzungenkrankheit zu verhindern, müssen auch 2010 Rinder und Schafe geimpft werden. Dies hat das Bundesamt für Veterinärwesen BVET im Januar 2010 entschieden. Aufgrund der aktuell guten Seuchenlage können Tierhaltende jedoch per Gesuch eine Ausnahme vom Impfobligatorium beantragen.

Die Blauzungenkrankheit ist für Menschen ungefährlich.

Nachdem die Blauzungenkrankheit mit Zehntausenden von betroffenen Betrieben in Europa gewütet hatte, sind die Fallzahlen nun wegen der umfangreichen Impfkampagnen stark zurückgegangen. In der Schweiz kam es 2009 bislang zu keiner einzigen Ansteckung. Das Erreichte soll 2010 gefestigt werden.

Eine Mehrheit der landwirtschaftlichen Organisationen und die Tierärzteschaft haben sich deshalb für eine hohe Impfrate im 2010 ausgesprochen.

Das BVET hat nun wie in den Jahren 2008 und 2009 ein Impfobligatorium für Rinder und Schafe erlassen. Die Tiere werden zwischen Mitte Februar und Ende Mai 2010 geimpft. Die Betriebe haben jedoch die Möglichkeit, beim kantonalen Veterinäramt eine Ausnahme zu beantragen.

Dazu müssen sie das entsprechende Formular vollständig ausgefüllt und unterschrieben bis am 12. Februar dem kantonalen Veterinäramt zustellen. Das Formular kann beim kantonalen Veterinäramt oder bei Tierärzten bezogen werden. Die Betriebe akzeptieren mit der Unterschrift ein höheres Risiko und tragen die Folgen selbst. 

Ziegen, Lamas, Alpakas und Wildwiederkäuer können freiwillig geimpft werden. Tierhaltende müssen sich beim kantonalen Veterinäramt für die Impfung melden.

Die Blauzungenkrankheit ist im Oktober 2007 erstmals in der Schweiz aufgetreten. Sie befällt vor allem Rinder, Schafe und Ziegen. Im Sommer 2008 und im Frühjahr 2009 wurde die Nutztierpopulation mit einer obligatorischen Impfkampagne geschützt. Die Schweiz ist in der Folge mit bislang 74 Fällen nur wenig betroffen.

2009 ist es zu keiner Ansteckung gekommen. In den Nachbarländern Frankreich und Deutschland dagegen gab es auch 2009 einzelne Fälle. Frankreich wird die Blauzungenkrankheit 2010 mit einer obligatorischen Impfkampagne bekämpfen; in Deutschland wird die Impfung freiwillig.

Weitere Informationen zur Blauzungenkrankheit und der Impfkampagne finden Sie unter www.bluetongue.ch.

 


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