Studie zu Keimen in Rohmilch wird auf dem 6. Leipziger Tierärztekongress vorgestellt

(13.01.2012) Nach den aktuellen Veröffentlichungen über Antibiotikaresistente Bakterien in Geflügelfleisch ist die Diskussion um gesundheitsgefährdende Lebensmittel neu entbrannt.

Im Gespräch ist dabei stets auch der MRSA-Keim (Methicillin-resistente Staphylokokken), in der Öffentlichkeit besser bekannt als sogenannter Krankenhauserreger.

Dieser kann nicht nur in  Geflügelfleisch, sondern unter anderem auch in Rohmilch vorkommen. Auf dem 6. Leipziger Tierärztekongress vom 19. bis 21. Januar auf der Neuen Messe wird dieses Thema auch in der Fachwelt diskutiert.

„Wie belastet ist unsere Rohmilch?“ ist am 20. Januar ein Vortrag von Katharina Schlotter vom Tiergesundheits¬dienst der Thüringer Tierseuchenkasse überschrieben.

Sie stellt unter anderem eine Studie vor, in deren Rahmen zirka 80.000 Melkproben aus 34 Thüringer Agrarbetrieben untersucht wurden. Davon waren nur vier mit dem MRSA-Erreger infiziert, wie Prof. Dr. Peggy Braun sagte.

Die Direktorin des Instituts für Lebensmittel¬hygiene der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig ist Expertin für alle Fragen rund um das Thema Rohmilch.

„Die Studie zeigt, dass die Belastung von Rohmilch im Vergleich zu Geflügel deutlich geringer ist“, sagt Prof. Braun. In der Regel werde die Milch pasteurisiert, bevor sie in den Handel kommt. Dadurch würden Erreger wie der MRSA-Keim abgetötet.

Einen sehr geringen Anteil am Milchkonsum in Deutschland habe die Vorzugsmilch, die meist in Bio- oder Reformläden angeboten wird. Diese nicht thermisch behandelte Rohmilch muss der Expertin zufolge gekühlt und innerhalb von 96 Stunden verbraucht werden, um den Konsumenten zu schützen. Laut EU-Recht müssen Rohmilch und daraus hergestellte Produkte eindeutig als solche gekennzeichnet werden.

Vorzugsmilch wird nach den Worten Brauns einmal monatlich unter anderem auf Darmbakterien wie Salmonellen aber auch Staphylokokkenkontrolliert. Ein „gewisses Restrisiko“ bleibe aber für den Verbraucher, an einem der möglicherweise enthaltenen Keime zu erkranken.

"Besonders gefährdet sind Schwangere, Kleinkinder sowie kranke und alte Menschen“, sagt die Fachfrau. Daher dürfe Vorzugsmilch auch nicht an Krankenhäuser, Seniorenheime oder Kindertagesstätten geliefert werden.

„Vorzugsmilch ist ein naturbelassenes Lebensmittel mit allen Vitaminen“, erklärt Prof. Braun die Vorzüge dieser Milchsorte.



Weitere Meldungen

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)

Minderung von Ammoniakemissionen in der Rinderhaltung

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert Kieler Forschungsprojekt PraxREDUCE
Weiterlesen

PD Dr. Monika Röntgen sieht in dem neuen Parameter einen zuverlässigen Wert für das Wohlbefinden von Milchkühen, noch bevor das Kälbchen geboren ist.; Bildquelle: FBN

Dummerstorfer Wissenschaftler entwickeln Frühwarnsystem für Stoffwechselstabilität trächtiger Milchkühe

Im Zeitraum um die Geburt sind hochleistende Milchkühe starken Stoffwechselbelastungen ausgesetzt
Weiterlesen

Rinder auf der Weide; Bildquelle: Friedrich-Loeffler-Institut

SARS-CoV-2: Friedrich-Loeffler-Institut testet Empfänglichkeit von Rindern

Noch immer sind der Ursprung und die Verbreitungswege von SARS-CoV-2 nicht eindeutig wissenschaftlich geklärt. Um die potentielle Rolle von Nutztieren in der Corona-Pandemie besser zu verstehen, werden am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems Infektionsstudien durchgeführt
Weiterlesen

Partner in Brasilien - Landwirt Cláudio Zotesso (li.) mit Prof. Dr. Fabiana de Andrade Melo Sterza und Dr. Ralf Pöhland auf einer Rinderfarm.; Bildquelle: Ralf Pöhland/FBN

Auswirkungen von Hitzestress bei Rindern, ressourcenschonende Zucht und Verbesserung des Tierwohls

Bereits seit 2011 kooperieren Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie Dummerstorf mit brasilianischen Biologen und Veterinärmedizinern
Weiterlesen

Rinder auf der Weide

Hochschule Eberswalde testet neues Weideverfahren

Naturschutzfachlich interessante Grünlandflächen werden in Deutschland oftmals durch Rinder oder Schafe beweidet
Weiterlesen

Bioreaktor Kuh; Bildquelle: Jan Koetsier/Pexels

Bioreaktor Kuh - Antikörper aus der Kuh ersetzen Antibiotika

Komplexe Lebensmittel wie Milch enthalten zahlreiche Einzelkomponenten, die für medizinische, ernährungstherapeutische oder technologische Zwecke genutzt werden können
Weiterlesen

Kühe

Klauenkrankheit Tylom ist bei Kühen wesentlich genetisch bedingt

Wissenschaftlern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der Georg-August-Universität Göttingen ist der Nachweis gelungen, dass eine der Klauenkrankheiten von Kühen wesentlich genetisch bedingt ist
Weiterlesen

Das Bakterium Pseudobutyrivibrio ruminis (grün), ein typisches Pansenbakterium, gewinnt Energie über zwei unterschiedliche Atmungsketten. Die eine benötigt Natriumionen, die andere Wasserstoffionen (H+). So passt es sich optimal an die schw; Bildquelle: Grafik: Goethe-Universität/ Kuh: Shutterstock

Neuer Stoffwechsel im Pansenmikrobiom entdeckt

Bei Wiederkäuern reagiert ein Bakterium mit zwei unterschiedlichen Atmungsketten auf schwankenden Salzgehalt in der Nahrung. Das haben Forscher der Goethe-Universität herausgefunden
Weiterlesen


Wissenschaft


Universitäten


Neuerscheinungen