Milchrinder und Treibhausgase: Einfluss genetisch-züchterischer Maßnahmen gering

(23.04.2008) 44 Prozent der Methan (CH4)-Emissionen und 64 Prozent der Lachgas (N2O)-Emissionen in Deutschland sind landwirtschaftlichen Ursprungs. Methan ensteht beim mikrobiellen Abbau von organischen Stoffen unter anaeroben Bedingungen, so auch im Verdauungstrakt von Wiederkäuern. Lachgas bildet sich bei der Umwandlung von Stickstoff-Verbindungen.

Wie genetisch-züchterische Maßnahmen in der Milcherzeugung zur Verringerung der Treibhausgasemissionen beitragen könnten, wurde an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, dem Johann Heinrich von Thünen-Institut und dem Friedrich Loeffler-Institut, beide Braunschweig, untersucht.

Ergebnis von Modellrechnungen ist, dass eine direkte genetisch-züchterische Beeinflussung auf die tierindividuellen Methan-Emissionen nicht möglich ist. Indirekt können die Emissionen beeinflusst werden durch Erhöhung des Milcheiweißgehaltes bei gleichzeitiger Absenkung des Milchfettgehaltes.

Ein hohes Leistungsniveau und eine dadurch mögliche Reduzierung der Zahl erforderlicher Milchkühe sehen die Wissenschaftler derzeit als effektivste Maßnahme, um eine Verringerung von Methanemissionen je Produkteinheit (kg Milch/Kuh/Jahr) zu erreichen.

Eine längere Nutzungsdauer der Kühe kann ebenfalls zur Verringerung des Methanausstoßes pro Kilogramm erzeugter Milch beitragen. Der Effekt wird aber im Vergleich zur Erhöhung des Leistungsniveaus als relativ begrenzt eingeschätzt. Über diese Forschungsarbeiten berichtete die "Tierärztliche Umschau".

(aid) - Renate Kessen

www.aid.de

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