30 Prozent weniger Ammoniak-Emissionen bei Außenhaltung in der Milchviehhaltung

(04.06.2011) Ammoniakemissionen aus der Milchviehhaltung könnten um 30 Prozent reduziert werden, wenn die Kühe ganzjährig draußen gehalten würden. So das Ergebnis einer Studie des US-Department of Agriculture (USDA) in Washington D.C., die aktuell im Agricultural Research Magazine veröffentlicht wurde.

Wissenschaftler haben anhand einer Computersimulation errechnet, dass Milchvieh bei Weidehaltung einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck hinterlassen als ihre im Stall gehaltenen "Kolleginnen".

Das Modell des amerikanischen Wissenschaftlers Al Rotz produzierte Schätzungen für Ammoniakemissionen, die Denitrifikationsraten des Bodens, Nitratverluste, Bodenerosion und Phosphatverluste im erodierten Bodenmaterial.

Außerdem wurden die CO2-, Stickoxid- und Methan-Emissionen der Milchviehhaltung, aber auch der sekundären Produktionsprozesse berücksichtigt; beispielsweise verursacht durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Treibstoffen und  Elektrizität.

Neben dem Ergebnis der 30-prozentigen Einsparung von Ammoniakemissionen fanden die Wissenschaftler außerdem heraus, dass die gesamte Emission von Treibhausgasen um acht Prozent geringer war, wenn das Milchvieh nicht im Stall gehalten wurde. Besonders positiv fiel der ökologische Effekt aus, wenn das Weideland aus zuvor als Ackerland genutzten Flächen gewonnen wurde.

Das Modell der Wissenschaftler basierte auf einem Computerprogramm, das die wichtigsten biologischen und physikalischen Prozesse simulierte, und zwar anhand der Daten von typischen Milchviehbetrieben, die über 25 Jahre hinweg gewonnen wurden.

Vor allem wegen großer Probleme aufgrund von Emissionen, die von Mist-Lagerstätten ausgingen, seien die Ergebnisse von Bedeutung. Der Schlüssel zur Lösung liege darin, die Milchkühe vermehrt draußen zu halten - vor allem in den Sommermonaten, wenn die Geruchsemissionen aus Stallanlagen zu einem großen Problem werden.

Weitere Informationen: www.ars.usda.gov/is/pr/2011/110524.htm

Quelle: aid/Friederike Heidenhof



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