Schweiz plant Impfungen gegen Blauzungenkrankheit

(29.02.2008) Der Schweizer Bundesrat hat sich am 27. Februar 2008 im Hinblick auf eine nationale Impfkampagne gegen die Blauzungenkrankheit für die Finanzierung des Impfstoffes durch den Bund ausgesprochen.

Geimpft wird ein Grossteil aller Rinder, Schafe und Ziegen, und dies so rasch als möglich. Wann der Impfstoff in diesem Jahr verfügbar sein wird, ist heute noch nicht klar. Die Blauzungenkrankheit ist für den Menschen ungefährlich. Die Finanzierung soll über einen Nachtragskredit sichergestellt werden.

Die Blauzungenkrankheit hat sich in den vergangenen zwei Jahren explosionsartig in Europa ausgebreitet. 2007 meldeten weit über 30.000 Betriebe in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Grossbritannien, Dänemark, Frankreich, Luxemburg und Tschechien Fälle, und im Oktober erkrankte erstmals in der Schweiz eine Kuh am Virus.

Mittlerweile wurden in der Schweiz 14 infizierte Tiere in 7 Betrieben entdeckt - im Kanton Jura ist soeben eine weitere infizierte Milchkuh dazugekommen. Die Erfahrungen in Regionen Europas zeigen, dass im ersten Jahr vergleichsweise wenige Fälle zu verzeichnen sind, im Folgejahr aber Hunderte bis Tausende.

Diese explosionsartige Ausbreitung der Blauzungenkrankheit lässt sich aus heutiger Sicht nur mit einer Impfung verhindern. Geimpft werden sollen Rinder, Schafe und Ziegen in den meisten Gebieten nördlich der Alpen, möglicherweise in der gesamten Schweiz. Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) erarbeitet zur Zeit die Impfstrategie.

Die Kosten tragen Bund, Kantone und Landwirtschaft gemeinsam, wobei der Bund die 4 Millionen Impfdosen zu rund 4,3 Millionen CHF bezahlen soll. Die Gesamtkosten der Impfung belaufen sich auf gegen 20 Millionen CHF. Dem stehen wirtschaftliche Verluste und Bekämpfungskosten in unbekannter Höhe gegenüber, die ohne Impfung anfallen würden.

Zurzeit ist noch unklar, ob der Impfstoff wie erhofft im Frühsommer zur Verfügung steht. Das BVET hat bereits Offerten der Impfstoffhersteller erhalten und prüft nun die Dossiers.

Im März soll bestellt werden. Auch die anderen europäischen Länder mit Fällen der Blauzungenkrankheit haben Bestellungen angekündigt - insgesamt rund 200 Millionen Dosen. Bei diesen Mengen können die Hersteller zur Zeit keinen Liefertermin verlässlich zusichern.

Die Blauzungenkrankheit befällt Rinder, Schafe und Ziegen. Sie wird durch kleine Mücken übertragen, die von Frühling bis Herbst aktiv sind. Typische Symptome sind vermehrtes Speicheln, Schwellungen am Kopf sowie offene Stellen im Maul. Einige Tiere sterben aber auch an der Blauzungenkrankheit.

Tierhalter können sich über die Symptome und die Blauzungenkrankheit unter www.bluetongue.ch informieren - wo sich auch die DVD ,Achtung Blauzungenkrankheit" bestellen lässt.

 

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