Tiergesundheit im Ökolandbau: Biosauen seltener lahm

(27.10.2016) Der Anteil von Sauen mit Lahmheiten liegt bei ökologischen Haltungsbedingungen deutlich niedriger als bei Tieren aus konventionellen Haltungssystemen.

Das ist das Ergebnis einer dreijährigen Studie des Thünen-Instituts für Ökologischen Landbau in Trenthorst, in der die Wissenschaftler erstmals fundierte Zahlen zum Auftreten von Lahmheiten in der ökologischen Sauenhaltung ermittelten.

BÖLN

Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler über 1.000 tragende und nicht tragende Sauen auf 40 Biobetrieben. Entsprechend der EU-Ökoverordnung wurden die Sauen in Gruppen gehalten, hatten eine meist mit Stroh eingestreute Liegefläche und den vorgeschriebenen Auslauf.

Im Schnitt lag der Anteil klinisch lahmer Sauen auf den Biobetrieben bei unter sieben Prozent und damit wesentlicher niedriger als in der konventionellen Haltung, wo durchschnittlich mehr als 20 Prozent der Tiere betroffen sind.

Aus diesem Ergebnis leiten die Experten ab, dass das ökologische Haltungssystem grundsätzlich Vorteile für das Tierwohl bietet. Dennoch verweisen sie darauf, dass auch die Qualität des Managements ein wichtiger Faktor für das Tierwohl ist.

So lag der Anteil lahmer Sauen auf einigen Betrieben der Studie deutlich über dem ermittelten Durchschnittswert, obwohl alle Haltungsvorgaben der EU-Verordnung eingehalten wurden.

Umso wichtiger ist nach Ansicht der Wissenschaftler eine ausreichende Sensibilisierung der Betreuungspersonen. Voraussetzung dafür sei die Fähigkeit, Anzeichen und Ursachen für Lahmheiten zu erkennen.

Das bestätigten auch die Studienergebnisse. Wurde die Lahmheitssituation realistisch eingeschätzt, lag das Risiko für die betreuten Sauen wesentlich niedriger als bei Sauenhaltern, die dieses Problem unterschätzten.

Wichtige Risikofaktoren sind zudem hohe Wurfzahlen der Sauen, Schwellungen an den Gliedmaßen und zu lange Klauen.

Quelle: Jürgen Beckhoff, aid.de



Weitere Meldungen

Legehennen

Tierwohl und Gesundheit von Bio-Legehennen: Empfehlungen zur Optimierung

Ökologische Geflügelhalter können durch kluges Management das Tierwohl und die Gesundheit von Legehennen deutlich verbessern. Das ist das Ergebnis der europaweiten Studie HealthyHens, die parallel in acht Staaten durchgeführt wurde
Weiterlesen

Bundesprogramm Ökolandbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Heimische Körnerleguminosen in der Schweinefütterung: thermische Behandlung bringt keine Vorteile

Eine hydrothermische Behandlung von Körnerleguminosen wie Erbsen und Lupinen bietet in der ökologischen Ferkelfütterung keine Vorteile bezüglich Aufzuchtleistung und Gesundheit
Weiterlesen

Um bei der Messung des Tierwohls zu vergleichbaren Ergebnissen zu kommen, müssen die beurteilenden Personen gut eingearbeitet werden, um die Indikatoren möglichst einheitlich bewerten zu können; Bildquelle: Thünen-Institut/Jan Brinkmann

Tierwohl am Tier messen

Experten diskutieren Indikatoren, die in der Milchviehhaltung geeignet sind, das Befinden der Tiere realistisch einzuschätzen – Ergebnisse aus der Praxis vorgestellt, Grenzwerte und Zielgrößen für die Umsetzung in der Praxis erörtert
Weiterlesen

BÖLN

BÖLN fördert Forschung zur muttergebundenen Kälberaufzucht

Auf der im deutschsprachigen Raum größten Tagung zur Forschung im Ökologischen Landbau geht es vom 17. bis 20. März in Eberswalde um das Thema Tierhaltung
Weiterlesen

Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Tiergerechte Haltung: Indikatoren für tierbezogene Prämienzahlung in der Milchviehhaltung

93 Prozent der Verbraucher wünschen sich eine möglichst artgerechte Haltung von Nutztieren. Die Richtlinien des ökologischen Landbaus und aktuelle Fördermaßnahmen, die solche Haltungsformen unterstützen sollen, sind zurzeit ausschließlich handlungsorientiert
Weiterlesen


Wissenschaft


Universitäten


Neuerscheinungen