Laktierende Sauen: Höchstleistungen nur bei guter Futterversorgung

(03.03.2016) In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Reproduktionsleistung von Sauen deutlich erhöht. Gute Betriebe setzen mittlerweile durchschnittlich 12,5 Ferkel pro Wurf bzw. über 30 Ferkel pro Sau und Jahr ab. Dabei ergibt sich diese Entwicklung weniger aufgrund einer Verringerung der Ferkelverluste, sondern vor allem wegen der zunehmenden Anzahl geborener Ferkel.

Ein solcher Zuwachs an Ferkeln pro Wurf fordert den Sauen eine ganze Menge ab. Um die Ferkel gut zu ernähren, muss eine Sau eine Milchleistung von täglich 14 bis 15 kg erbringen. Dieses Leistungsniveau entspricht etwa dem 4,5-fachen Erhaltungsbedarf einer Sau und damit in etwa dem Niveau, auf dem sich hochleistende Milchkühe bewegen.

Anders als bei Kühen erbringen Sauen ihre Leistung ziemlich unabhängig von der eigenen Versorgungslage. So mobilisieren Sauen bei einer nicht ausreichenden Futtergrundlage bis zu einem Kilogramm an Körperfett pro Tag, um ihre Ferkel ausreichend mit Milch zu versorgen.

Das gilt grundsätzlich auch hinsichtlich der Versorgung mit Protein, wobei sich der Abbau von Körperprotein für die Sau wesentlich problematischer gestaltet. Neben einem deutlichen Konditionsverlust sind auch negative Folgen für die Fruchtbarkeit der Sau vorhersehbar.

Sauenhaltern empfiehlt Professor Andreas Susenbeth vom Institut für Tierernährung und Stoffwechselphysiologie der Kieler Christian-Albrechts-Universität, ihre Sauen gut mit Futter zu versorgen, um körpereigenen Abbauprozessen entgegen zu wirken.

Zudem sei es wichtig, Ferkel bereits früh mit einem ergänzenden Futter zu versorgen. Das sei notwendig, um die Sauen zu entlasten und die Produktionsfähigkeit zu erhalten.

Dr. Uwe Scheper, www.aid.de



Weitere Meldungen

Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI)

Geschlechterbestimmung durch Genomeditierung bei Schweinen gelungen: Studie zeigt Alternative zur Ferkel- und Immunokastration auf

Am Institut für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) ist es gelungen, Schweine genetisch so zu modifizieren, dass sie trotz eines männlichen Chromosomensatzes weibliche Geschlechtsmerkmale ausbilden
Weiterlesen

Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI)

Forschungsprojekt über tierschutzgerechte Alternativen zur Kohlendioxid-Betäubung von Schlachtschweinen gestartet

Das Ziel des Verbundprojektes ist die Verbesserung des Tierschutzes, wobei auch eine hohe Fleischqualität sowie die gute Integrierbarkeit in bestehende Schlachtprozesse berücksichtigt werden
Weiterlesen

Universitätsklinikum Tübingen

Hepatitis-E: Neue Studie zeigt Häufigkeit von Verunreinigungen in kommerziellem Schweinefleisch

Wissenschaftler des tropenmedizinischen Instituts des Universitätsklinikums Tübingen haben eine Studie zum Nachweis des Hepatitis-E-Virus in handelsüblicher Schweineleber und Schweinefleischprodukten in Deutschland durchgeführt
Weiterlesen

Die Experimentieranlage Schwein mit dem Erweiterungsanbau aus der Vogelperspektive.; Bildquelle: FBN/Mogwitz

Eine Chance für das alte deutsche Sattelschwein

Am 10. August 2020 wurde am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie Dummerstorf (FBN) der Öko-Erweiterungsanbau an der Experimentalanlage Schwein feierlich eröffnet
Weiterlesen

Junge Hausschweine im Stall; Bildquelle: W. Maginot, Friedrich-Loeffler-Institut

Schweinehaltungen als Reservoir für neue Grippeviren mit präpandemischem Potenzial

Schweinehaltungen bilden wichtige Reservoire für eine zunehmende Anzahl diverser Influenzaviren, die teilweise auf den Menschen übergehen können und möglicherweise präpandemisches Potenzial besitzen
Weiterlesen

Dr.in Maria Gellermann von der Koordinierungsstelle Transformationsforschung Agrar an der Universität Vechta; Bildquelle: Universität Vechta/Friedrich Schmidt

Biosicherheit als Schlüssel für zukunftsfähige Schweinehaltung

Mehr als 120 Gäste haben sich bei der sechsten Landwirte-Akademie an der Universität Vechta zum Thema „Schweinehaltung im Wandel – Perspektiven für die Branche“ informiert
Weiterlesen

Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

Erstmals Stammzelllinien mit erweitertem Potenzial von Schweinen etabliert

Im Rahmen einer Zusammenarbeit von Friedrich-Loeffler-Institut, der Universität in Hongkong, School of Biomedical Sciences (HKUMed) und dem Wellcome Sanger Institute in Cambridge in Großbritannien, ist es gelungen, embryonale Stammzelllinien mit erweitertem Potenzial (Expanded Potential Stem Cells, EPSCs) aus Schweineembryonen zu gewinnen
Weiterlesen

Schweinehaltung; Bildquelle: Birgit Gleixner/ LfL

Dialog für Schweinehalter nach dem Motto „Von den Besten lernen“

Angesichts der sich verschärfenden Umweltvorschriften steht in der Schweinehaltung der Input von Nährstoffen auf die Ackerflächen aus Gülle im Fokus
Weiterlesen


Wissenschaft


Universitäten


Neuerscheinungen