Schweinemast in USA: Enzyme statt Antibiotika

(09.07.2015) Lysozym ist ein natürlich vorkommendes Enzym mit antibakterieller Wirkung. Es kommt zum Beispiel in Eiklar vor und wird in der Wein- und Käseherstellung verwendet. Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es in der Schweinemast den Einsatz von Antibiotika als Wachstumsförderer - der in der EU übrigens nicht erlaubt ist - ersetzen könnte.

Das würde bei der Lösung des Problems zunehmender Resistenzen gegen Antibiotika beitragen.  

Die Wissenschaftler des U.S. Meat Animal Research Center führten am Clay Center in Nebraska seit 2010 Fütterungsversuche mit 600 Ferkeln durch. Alle Gruppen erhielten eine Standardration aus Getreide/Soja und einer Eiweißkomponente. Eine Gruppe erhielt zusätzlich Lysozym, die letzte Gruppe zusätzlich Antibiotika (Chlortetracyclin und Tiamulinfumarate).  

Die Ferkel wurden sowohl in gereinigte und desinfizierte Ställe als auch in ungereinigte eingestallt, um auch Immunreaktionen zu stimulieren und zwischen der Lysozym-Gruppe und der Antibiotika-Gruppe vergleichen zu können.  

Im Ergebnis zeigte sich, dass sowohl die Ferkel der Lysozym-Gruppe als auch die in der Antibiotika-Gruppe ca. 12 Prozent besser wuchsen als die Ferkel ohne Zusatz. Sogar in ungereinigten Ställen. Lysozym fördert das Wachstum der Schweine demnach genauso gut wie Antibiotika - wobei die genauen Mechanismen für das schnellere Wachstum und die bessere Futterverwertung nach wie vor nicht genau bekannt sind, so William Oliver vom Clay Center in Nebraska.

Über die Versuchsergebnisse berichtete die Zeitschrift Agricultural Research.

Renate Kessen, aid.de



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