Generalisierte Lymphadenopathie bei einem Hund

(31.05.2019) Im Fall des Monats Mai stellt Laboklin eine Französische Bulldogge mit einer mittelgradigen Lymphadenomegalie vor

Maciej Guzera DVM PhD DipECVCP MRCVS

Blutausstrich des Hundes (Wright-Giemsa stain, 500-fache Vergrößerung).

Generalisierte Lymphadenopathie bei einem Hund

Im Fall des Monats Mai stellt Laboklin eine Französische Bulldogge mit einer mittelgradigen Lymphadenomegalie vor
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INTERPRETATION DER ERGEBNISSE

Die Lymphozytose mit überwiegend kleinen bis mittelgroßen Lymphozyten sprach für das Vorliegen einer lymphatischen Neoplasie was auch von den anderen Laborparametern unterstützt wurde.

Die Zytologie aus dem Lymphknoten zeigte eine hohe Menge an kleinen bis mittelgroßen Lymphozyten. Viele dieser Zellen erschienen handspiegelförmig mit einzelnen zytoplasmatischen Ausläufern in verschiedene Richtungen. Das Zytoplasma war gering bis mittelgradig erhöht und hellblau.

Die Zellkerne waren klein, rund und parazentral oder exzentrisch gelegen. Das Chromatin war feinretikulär bis kondensiert.

Es ergaben sich keine Hinweise einer reaktiven lymphatischen Hyperplasie und zusammen mit der Lymphadenomegalie war das zytologische Bild vereinbar mit einem kleinzelligen Lymphom.

Das monoklonale Ergebnis der PARR für T-Lymphozyten bestätigten die zytologische Diagnose, ohne dass eine histopathologische Untersuchung notwendig war.

Die Ergebnisse der Immunophänotypisierung der Lymphozyten im peripheren Blut mittels Durchflusszytometrie war vereinbar mit einem indolenten T-Zell-Lymphom (Stadium V). Eine chronische lymphoatische Leukämie mit sekundärer Lymphknotenbeteiligung konnte jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.

DIAGNOSE: KLEINZELLIGES T-ZELL LYMPHOM (T-ZONEN LYMPHOM) – Stadium Va

THERAPIE UND VELAUF

Die Patientin erhielt eine Therapie mit Prednisolon, woraufhin die Lymphknotengröße abnahm sich jedoch nicht vollständig normalisierte. Drei Monate später war die Hündin bei gutem klinischem Allgemeinbefinden und die Gewichtszunahme sowie ein Anstieg der Leberenzyme wurden auf den Glukokortikoideffekt zurückgeführt.

ZUSAMMENFASSUNG

Das kleinzellige Lymphom ist eine niedrig-maligne Erkrankung mit indolentem klinischem Verlauf. Eine vollständige Diagnosesicherung benötigt neben der zytologischen Untersuchung häufig weitere Untersuchungen wie Histopathologie (Abb. 5), PARR oder Durchflusszytometrie.

Die beiden letzten stellen minimal invasive Methoden dar welche neben der Diagnosesicherung zusätzlich eine Klassifizierung der Erkrankung anhand des Zelltyps (T-Zellen versus B-Zellen) ermöglicht.

Studien haben gezeigt, dass mittels Durchflusszytometrie ein spezieller Subtyp des T-Zelllymphoms, das so genannte T-Zonen Lymphom, sicher diagnostiziert werden kann. Hierbei stützt sich die Diagnose auf ein einzigartiges Expressionsmuster: dem Fehlen des CD45 Antigens.

Abhängig von dem klinischen Erscheinungsbild der Patienten mit kleinzelligen Lymphomen, ist der Beginn einer Therapie mit Prednisolon am Zeitpunkt der Vorstellung notwendig oder auch nicht.

Die empfohlenen Protokolle zur Behandlung sind in der Regel schonender als bei anderen Lymphomtypen und enthalten meistens Glukokortikoide und Chlorambucil.


Abb. 5. Histopathologie eines kleinzelligen Lymphoms eines Hundes (Haematoxylin & Eosin, 400-fache Vergrößerung).


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