Generalisierte Lymphadenopathie bei einem Hund

(24.05.2019) Im Fall des Monats Mai stellt Laboklin eine Französische Bulldogge mit einer mittelgradigen Lymphadenomegalie vor

Maciej Guzera DVM PhD DipECVCP MRCVS

SIGNALMENT UND ANAMNESE

Eine sechsjährige, weibliche Französische Bulldogge wurde aufgrund einer mittelgradigen Lymphadenomegalie vorgestellt. Das klinische Bild war nach zweiwöchiger Antibiose unverändert und es waren laut Besitzer sonst keine weiteren Auffälligkeiten vorhanden. Die Hündin war regelmäßig geimpft, zeigte eine gute Futteraufnahme und keinen Gewichtsverlust.

KLINISCHE UNTERSUCHUNG

Bei der klinischen Untersuchung fand sich eine Vergrößerung der Lnn. submandibularis, prescapularis und poplitei. Ansonsten war der Hund munter und aufmerksam, hatte eine normale Körpertemperatur sowie normale Herz- und Atemfrequenzen.

WEITERFÜHRENDE UNTERSUCHUNGEN

Hämatologie, klinische Chemie und Urinanalyse

Das Blutbild zeigte eine geringgradige Leukozytose (16,74x10^9/L, Referenzbereich (RI): 6-12x10^9/L) basierend auf einer gering- bis mittelgradigen Lymphozytose (9,87x10^9/L, RI: 1-3,6x10^9/L). Ein Blutausstrich wurde zur Beurteilung der Zellmorphologie angefertigt (Abb. 1).

Die anderen Untersuchungen waren ohne signifikante Auffälligkeiten.


Abb. 1. Blutausstrich des Hundes (Wright-Giemsa stain, 500-fache Vergrößerung).

Zytologie

Feinnadelaspirate (FNA) der tastbaren Lymphknoten wurden für eine zytologische Untersuchung angefertigt (Abb. 2).


Abb 2. FNA Zytologie eines peripherin Lymphknotens in 200-facher (A) und 500-facher Vergrößerung (B) (Hemacolor Färbung).

Bildgebung

Eine Ultraschalluntersuchung des Abdomens ergab eine mittelgradige Vergrößerung der Lnn. iliaci. Röntgenaufnahmen des Thorax waren unauffällig.

Molekulardiagnostik

Eine Untersuchung der Lymphozytenklonalität (PCR auf Antigen-Rezeptor-Rearrangement, PARR) wurde durchgeführt und ergab das Vorliegen einer monoklonalen T-Zellpopulation sowie einer polyklonalen B-Zellpopulation (Abb. 3).


Abb. 3. Das Ergebnis der Untersuchung auf Lymphozytenklonalität (PARR) vom Popliteallymphknoten zeigte eine monoklonale T-Zellpopulation und polyklonale B-Zellpopulation.

Immunophänotypisierung

Eine Durchflusszytometrie zur Immunophänotypisierung wurde aus einer EDTA-Blutprobe durchgeführt. Eine homogene Population von CD3+, CD4+, CD5+ Lymphozyten war vorhanden, jedoch zeigten die Zellen kein positives Signal für den Pan-Leukozytenmarker CD45 (Abb. 4)


Abb. 4. Durchflusszytometrie des peripherin Bluts zeigte eine Population von CD3+, CD4+ (A), CD5+, CD45- (B) Lymphozyten.

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