Fallbericht: Felines Asthma - eine diagnostische Herausforderung

(28.03.2012) Anfang Januar 2012 wurde in der Kleintierpraxis Alkoven eine männlich kastrierte, 2 ½ Jahre alte EKH – Katze vorgestellt. Der Besitzerin war ein Würgen und Husten aufgefallen.

Bisher hatte die Katze keine Probleme mit der Atmung. Die Katze darf ins Freie, ist regelmäßig geimpft, war aber schon länger nicht entwurmt worden.

Bei der klinischen Untersuchung  wurde  ein beidseitiger Nickhautvorfall und beim Abtasten eine geringgradige Empfindlichkeit des Kehlkopfes festgestellt.

Der Patient wurde daraufhin entwurmt und eine Malzpaste zur Beruhigung der Schleimhaut empfohlen.

10 Tage später war noch keine Besserung der Symptomatik zu beobachten. Daher wurde die Katze mit einem NSAID (Schmerzmittel) behandelt , in diesem Fall mit Metacam® einer oralen Lösung für Katzen, in der angegebenen Dosierung, sowie mit schleimlösenden und schleimhautschützenden Medikamenten.

Im Laufe der nächsten 3-4 Wochen zeigt die Katze trotz Medikamentengabe eine Verschlechterung der Symptome. Die Besitzerin konnte bereits 2 x täglich Hustenanfälle von mehreren Minuten Dauer beobachten.

Daraufhin wurde die Katze erneut in der Kleintierpraxis Alkoven vorgestellt. Röntgenaufnahmen des Thorax in 2 Aufnahmerichtungen zeigten eine geringgradig verstärkte Lungenzeichnung, ansonsten keine Auffälligkeiten. Die Auskultation der Lunge war unauffällig.

Eine Therapie mit Antibiotika wurde begonnen, gleichzeitig wurde eine Kotprobe ins Labor geschickt. Die parasitologische, sowie die spezielle Untersuchung auf Lungenwürmer war negativ.

Nachdem die antibiotische Therapie keinen erwünschten Erfolg brachte, wurde das Tier zur weiteren Abklärung in eine Spezialklinik überwiesen. Der dort durchgeführte Herzultraschall war unauffällig.

Daraufhin wurde in einer Kurznarkose eine endoskopische Untersuchung der Trachea durchgeführt, sowie zytologische Proben entnommen. Auch diese Untersuchungen, sowie der Laborbefund ergaben keine Besonderheiten.

Zusammenfassung:

Die (unauffälligen) Laborbefunde sprechen für die „Felines Asthma“. Dies ist eine allergisch bedingte Atemwegserkrankung bei Hauskatzen.

Auslösende Allergene können meistens (so wie auch in diesem Fall) nicht gefunden werden. Eine vollständige Heilung ist meist nicht möglich. Eine symptomatische Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten wird empfohlen.

Im vorliegenden Fall wurde die Katze mit Prednisolon in einer Dosierung von 1 mg/kg behandelt. Kurz nach Therapiebeginn stellte sich eine Verbesserung der Symptome ein, die Hustenanfälle waren deutlich reduziert. Daher konnte die Dosis bereits reduziert werden.

Die Katze ist derzeit annähernd beschwerdefrei.

Verfasser: Mag. Michela Zach, Dr. Birgit Seitlinger, Kleintierpraxis Alkoven, Weidach 4, 4072 Alkoven

www.kleintierpraxis-alkoven.com



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