Vogelgrippe in Katzen nachgewiesen

(26.04.2004) Verdacht von thailändischen Forschern bestätigt

Der Verdacht, dass sich Hauskatzen mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 infiziert haben, ist heute, Freitag, von thailändischen Wissenschaftlern bestätigt worden.

Sie konnten das Virus in zumindest zwei Katzen und einem weißen Tiger nachweisen, berichtet BBC-online http://news.bbc.co.uk .

Damit erhöht sich nach Angaben der Forscher auch die Gefahr, dass das tödliche Virus auf den Menschen überspringen könnte.

"Es ist das erste Mal, dass wir das Virus nun in Katzen und in einem Tiger nachweisen konnten", erklärte der Veterinärmediziner Teraphon Sirinauemit aus Bangkok.

Die Tests hätten ergeben, dass das in den Katzen gefundene Virus identisch mit dem H5N1-Virus sei, das auch in Hühnern gefunden wurde.

Die Katzen, die in einem Bauernhof nahe einer Hühnerfarm lebten, sind nach Angaben des Veterinärmediziners gestorben. Unklar ist bis jetzt, ob auch die anderen 14 Katzen, die beim Bauernhof lebten, infiziert waren, erklärte der Wissenschaftler. Jedenfalls sind alle Tiere bis auf eines tot.

Der weiße Tiger, der im Khao Khiew Zoo in der Provinz Chonburi lebt, war mit dem Virus infiziert, wurde aber medikamentös behandelt und hat überlebt, gibt der Veterinärmediziner an.

In diesem Zoo soll, so der Forscher, vor einem Monat ein seltener weißer Thai-Leopard an dem Virus verendet sein. Tests hätten erst jetzt ergeben, dass auch dieses Tier mit dem Vogelgrippe-Erreger infiziert war und daran verendet ist.

Die thailändischen Behörden appellieren an die Tierhalter kein rohes Hühnerfleisch an Haus- und Zootiere zu verfüttern.

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