Hundebiss-Studie: Deutscher Schäfer ist Beißer Nummer 1

(06.05.2005) Der beste Freund des Menschen ist nicht jener der Kinder. Im Gegenteil: Wie aktuelle Daten aus dem Kinderunfall-Forschungszentrum zeigen, sind gerade Hunde aus dem Bekanntenkreis für Kinder besonders gefährlich.

Das höchste "Beiß-Risiko" weisen der beliebte Schäferhund und der Dobermann auf, sie verursachen fast 40% aller Hundebisse.

Im Rahmen der Grazer "Hundebiss-Studie", die vor kurzem im Kinderunfall-Forschungszentrum fertiggestellt wurde, sind insgesamt 341 Unfälle und 5.873 Akten aus dem städtischen Hunde-Register untersucht worden.

Deutscher Schäfer ist Beißer Nummer 1 73% der analysierten Unfälle wurden durch einen bekannten Hund verursacht (Hunde von Freunden, Nachbarn etc.), davon allerdings nur 24% vom eigenen Hund und nur 15% durch einen fremden Hund. Besonders gefährlich sind "große" Hunde (> 44 cm), sie haben 58% der Bisse zu verantworten.

Was die Rassen betrifft, so waren an fast 40% der Unfälle ein Schäferhund oder Dobermann beteiligt – das heißt, dass diese die höchste "Beiß-Quote" aufweisen. Der drittgefährlichste Hund ist der Spitz.

Kinder unter zehn Jahren besonders gefährdet

Die Gefahr, einen Hundebiss zu erleiden, sinkt mit steigendem Alter der Kinder. 73% der betroffenen Kinder waren zum Zeitpunkt des Unfalls unter zehn Jahre alt. Zu 28% spielten die Kinder mit dem Hund als es zum Unfall kam, zu 14% gingen am Hund vorbei, zu 10% kuschelten sie mit dem Hund, zu 8% fütterten sie ihn. In 74% der Fälle ging dem Unfall eine Interaktion des Kindes mit dem Hund voraus.

Kopf und Hals am häufigsten betroffen

Bei 94% der gebissenen Kinder war nur eine Körperstelle betroffen. In 52% der Fälle handelte es sich dabei um den Kopf bzw. Hals, in 27% um die Arme, in 18% um die Beine und in 3% Bauch / Brust. Kinder mit Verletzung an Kopf bzw. Hals waren signifikant jünger – durchschnittlich vier Jahre alt.

Großteil der Kinder musste im Krankenhaus behandelt werden

99% der Kinder wurden nach dem Hundebiss ins Krankenhaus gebracht. 85% erlitten tiefe Wunden, 26% mussten operiert und 27% stationär aufgenommen werden.

GROSSE SCHÜTZEN KLEINE ist eine Non-Profit Organisation die eng mit den österreichischen kinderchirurgischen Kliniken und Kinderkliniken zusammenarbeitet, Präsident des Vereines ist der Vorstand der Grazer Univ.Klinik für Kinderchirurgie, Univ.Prof. Dr. Michael E. Höllwarth.

Die Arbeit von Grosse schützen Kleine  umfasst neben der Erhebung von typischen Unfallsituationen von Kindern und Jugendlichen vor allem Maßnahmen zur Verbesserung des Gefahrenbewusstseins durch Vorträge, Publikationen und Medienarbeit sowie die Entwicklung und Umsetzung von praktischen Projekten der Kinderunfallverhütung mit vielen Partnern.

www.grosse-schuetzen-kleine.at

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