Wie an Krebs erkrankte Kinder von therapeutischem Reiten profitieren

(21.12.2015) Stolz und glücklich sitzt Lisa auf dem Pferd. Seit Oktober 2014 nimmt die 13-Jährige regelmäßig am therapeutischen Reiten auf einem Therapiehof in Marl teil, um die Folgen ihrer schweren Erkrankung besser zu überwinden.

2012 wurde bei der Schülerin Knochenkrebs diagnostiziert. Es folgte die erfolgreiche Behandlung mit einer Chemotherapie im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke.


Das therapeutische Reiten macht Lisa Spaß und fördert ihren Gleichgewichtssinn.

In Herdecke wird integrativ behandelt, das heißt, individuell auf den Patienten abgestimmt, erhalten diese neben herkömmlicher Medizin alle verfügbaren therapeutischen Maßnahmen. Das können etwa Kunsttherapien sein, rhythmische Massagen oder auch Sprachgestaltungs-Therapien.

„Bei Patienten mit Bewegungsstörungen, sei es weil sie einen Hirntumor haben oder etwa eine Lähmung, setzen wir gezielt Reittherapie ein“, so Prof. Dr. Alfred Längler, Kinderonkologe und Leitender Kinderarzt des Gemeinschaftskrankenhauses, „damit können Bewegungsstörungen und auch Muskeltonusstörungen gut behandelt werden.“

Auch in Lisas Fall verordneten die Herdecker Kinderkrebsspezialisten therapeutisches Reiten.

Eine psychosoziale Mitarbeiterin des Gemeinschaftskrankenhauses stellte den Kontakt zu einem Therapiehof in Wohnortnähe von Lisa her. Bei der Arbeit mit dem Pferd und dem Reiten werden alle Sinne angesprochen. Für das Mädchen ist therapeutisches Reiten sinnvoll, da Lisa nicht mehr so gut auftreten kann wie früher und manchmal Gleichgewichtsstörungen hat – etwa beim Radfahren.

Die sanften Bewegungen des Pferdes beim Gehen werden auf Lisas Becken und Wirbelsäule übertragen und ihr gesamter Bewegungsapparat muss sich neu einpendeln. So wird ihr Muskeltonus reguliert - Lisa verbessert ihr Gleichgewicht und bekommt insgesamt ein besseres Körpergefühl.

Der Umgang mit dem Pferd ist auch gut zur Stärkung des Selbstwertgefühls. Lisa gefällt die wöchentliche Reittherapie sehr gut. Anfangs wurde das Mädchen in der Halle und im Gelände herumgeführt. Mittlerweile ist die 13-Jährige so gut, dass sie schon beim Sportreiten mitmacht und allein reitet. Bald kann sie ihre Runden im Freigelände drehen.



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