Mehr als 40 Wissenschaftler auf dem 4. Global Equine Endocrine Symposium 2020

(11.02.2020) Vom 6. bis 10 Januar 2020 trafen sich mehr als 40 der führenden Endokrinologen im Bereich Pferdegesundheit aus der ganzen Welt in Bayern auf dem Global Equine Endocrine Symposium 2020 (GEES2020).

Sie präsentierten im Rahmen dieser Veranstaltung ihre neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Erkrankungen Equines Metabolisches Syndrom (EMS) und Pituary Pars Intermedia Disfunction (PPID) auch als Equines Cushing Syndrom bekannt.

Beide Erkrankungen treten bei Ponyrassen aber auch Großpferden immer häufiger auf. Beim Equinen Cushing Syndrom handelt es sich im Gegensatz zum EMS um eine Krankheit, die meist erst im höheren Alter der Pferde auftritt.


Von links nach rechts: Catherine McGowan (UK), Allison Stewart (Australien), Andy Durham (UK), Melody DeLaat (Australien), Hal Schott (USA), Nick Frank (USA)

Vom Equinen Metabolischen Syndrom sind hingegen immer öfter Pferde bereits in jüngeren Jahren betroffen. Hier spielen übermäßige Fütterung und zu geringe Bewegung die Hauptfaktoren und sorgen so für die sogenannte Insulinresistenz.

Dabei produziert der Körper des Pferdes dauerhaft zu große Mengen Insulin, die Rezeptoren reagieren nicht mehr adäquat und der aufgenommene  Zucker verbleibt im Blut.

Die hohen Insulinmengen sollen der maßgebliche  Auslöser für  die gefährliche Hufrehe sein. Erkenntnisse zum Einsatz von dynamischen oralen Zuckertests, mit denen die Insulinsensitivität der Pferde getestet werden kann, stießen bei allen Wissenschaftlern auf großes Interesse.

Welche Faktoren das sensible System des Stoffwechsels bei den Pferden zum Kippen bringt und was Auslöser für die übermäßige Produktion des Hormons ACTH in der Hirnanhangdrüse bei PPID ist, versuchen die Wissenschaftler zu entschlüsseln. Auch die Therapie erkrankter Pferde stand im Fokus der Veranstaltung, die auf Initiative von Boehringer Ingelheim hin stattfand.

Auf dem Symposium tauschten sich die Wissenschaftler aus vier Kontinenten zu ihren neusten Erkenntnissen aus. Besonders die Vernetzung renommierter Tierärzte mit jungen Kollegen war dem sogenannten Scientific Committee ein großes Anliegen. 

„Das Symposium hier auf Gut Ising hat neue Maßstäbe gesetzt und der persönliche Austausch ist immens wichtig und das Zusammentreffen mit Kollegen und Kolleginnen aus vier Kontinenten ist für unsere weitere Arbeit und die Forschung für die Gesundheit von Ponys und Pferden wegweisend“, resümiert Harold Schott,  Mitglied des Scientific von der Michigan State University, USA. 


Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)

Weitere Infektionen mit klassischem Bornavirus gefunden

Neu veröffentlichte Studie in „The Lancet Infectious Diseases“ gibt Aufschluss über Infektionen mit dem Borna Disease Virus (BoDV-1) beim Menschen
Weiterlesen

Abb. 1. Abdominaler Ultraschall der vergrößerten Leber mit abgerundeten Leberrändern.; Bildquelle: Laboklin

Rätselhafter Fall des Monats: Inappetenz und Bewusstseinstrübung bei einem Pony - mit Auflösung

Im Fall des Monats Dezember stellt Laboklin eine 10jährige Ponystute mit Inappetenz, Tachykardie und einem reduziertem Kotabsatz seit 12 Stunden vor
Weiterlesen

Pferdehuf; Bildquelle: JoRe (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

Harte Bedingungen für den Pferdehuf im Winter

Die Hufe eines Pferdes wachsen das ganze Jahr über. Doch sobald das Wetter kühler wird, verlangsamt sich das Hornwachstum von durchschnittlich sechs Millimeter pro Monat auf ungefähr die Hälfte im Winter
Weiterlesen

Laboklin

Rätselhafter Fall des Monats: Pferd mit abdominalen Schmerzen - mit Auflösung!

Ein 30jähriges Warmblutpferd wurde mit einem akuten Abdomen an eine Klinik für Großtiere überwiesen - was sind Ihre wichtigsten Differentialdiagnosen?
Weiterlesen

Wie eine Futterbox geöffnet werden kann, schauen sich Pferde vom Menschen ab.; Bildquelle: HfWU

Kopieren Pferde das Verhalten von Menschen?

Studie an Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) zeigt erstaunliche Beobachtungs- und Lernfähigkeiten von Pferden
Weiterlesen

Pferde

Pferdenahrung: Präbiotika schaden mehr als sie nützen

Präbiotika helfen nur begrenzt dabei, die Darmflora von Pferden zu stabilisieren. Handelsübliche Präparate werden bei den Tieren bereits im Magen teilweise abgebaut
Weiterlesen

Robert Koch-Institut

Erste durch Mücken übertragene West-Nil-Virus-Erkrankung beim Menschen in Deutschland

Erstmals ist eine in Deutschland durch Mücken übertragene Infektion und Erkrankung mit dem West-Nil-Virus (WNV) bekannt geworden
Weiterlesen

Pferdeweide

Laub für Pferde in Maßen unbedenklich

Im Herbst verlieren Bäume, Hecken und andere Pflanzen ihre Blätter. Das abgeworfene Laub sammelt sich dann in mehr oder minder großen Mengen auf dem Boden – auch auf Pferdeweiden und in Paddocks
Weiterlesen


Wissenschaft


Universitäten


Neuerscheinungen

26.02.