AfriBiRds: NABU startet Projekt in Afrika

(26.01.2018) Milliarden Zugvögel legen auf ihren Wanderungen zwischen ihren afrikanischen Überwinterungs- und europäischen Brutgebieten jedes Jahr Tausende Kilometer zurück.

NABU Auf ihren Reisen sind sie unterschiedlichen Gefahren, extremen Wetterbedingungen und rauen Ökosystemen wie der Sahara ausgesetzt. In den letzten Jahrzehnten ist ein starker Rückgang wandernder Landvögel zu verzeichnen.

Um herauszufinden, warum die Zahl der europäischen Zugvögel abnimmt und welche Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind, haben der NABU und BirdLife International das gemeinsame Projekt AfriBiRds gestartet.

Der erste Schritt ist, ein effektives Vogelmonitoring zunächst in afrikanischen Biosphärenreservaten und anschließend in ganzen Staaten aufzubauen.

„Der NABU besitzt bereits umfangreiche Erfahrung in den Bereichen Vogelerfassung und Vogelbeobachtung in Deutschland. Außerdem unterstützen wir seit vielen Jahren den Schutz der Zugvögel in ihren Winterquartieren.

Mit dem AfriBiRds-Projekt vertiefen wir die Zusammenarbeit unter afrikanischen Biosphärenreservaten und bauen wichtige Kapazitäten im Vogelmonitoring auf“, sagte Thomas Tennhardt, NABU-Vizepräsident und Leiter des Fachbereiches Internationales.

In den kommenden Wochen werden in den Pilotregionen des Projekts, dem Comoé-Biosphärenreservat in der Elfenbeinküste und dem Omo-Biosphärenreservat in Nigeria, über 60 Experten aus sieben Ländern und aus 15 afrikanischen UNESCO-Biosphärenreservaten zusammenkommen.

Mit Partnern wie Observation International und Southern Bird Atlas Project soll auf Einladung des NABU und BirdLife International eine einfach anwendbare, kostengünstige und standardisierte Methodik zur Erfassung von Vogelbeständen, insbesondere paläarktischen Zugvögeln, für afrikanische Biosphärenreservate entwickelt werden.

Eine Anwendung für mobile Endgeräte soll vorgestellt und von den Teilnehmern im Feld getestet werden.

Die Speisung der Daten in eine digitale Datenbank ermöglicht einen einfachen und schnellen Datenaustausch zwischen den Biosphärenreservaten. Zugvögel und deren Bestände im afrikanischen Winterquartier werden durch AfriBiRds in Zukunft besser und präziser dokumentiert und beobachtet.

Dies ist wichtig, um den Rückgang europäischer Zugvögel besser zu verstehen und vermeiden zu können und ist daher eine zentrale Forderung des Schutzprogramms für ziehende Landvögel (AEMLAP) der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS).

Die weitere Erprobung des Instruments erfolgt vor Ort durch die BirdLife-Partnerverbände SOS Forêts in der Elfenbeinküste und Nigerian Conservation Foundation in Nigeria.




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