16. CITES-Konferenz in Bangkok: Großer Erfolg für Haie, Mantarochen und Sägefisch

(11.03.2013) Fünf Haiarten, der Weißspitzen-Hochseehai, drei Hammerhai-Arten und der auch in Nord- und Ostsee vorkommende Heringshai, sowie der Mantarochen werden künftig auf Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens gelistet werden. Der Sägefisch wurde von bisher Anhang II auf Anhang I des Abkommens hochgestuft.

Bisherige Bemühungen konnten seinen Rückgang nicht stoppen, sodass nun ein absolutes Handelsverbot in Kraft treten muss. „Ein großartiger Erfolg und vielleicht die Trendwende, um ein nachhaltiges Management dieser Meerestierarten endlich möglich zu machen“, freut sich NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Während der Heringshai wegen seines hochwertigen Fleisches befischt wird, werden dem Weißspitzen-Hochseehai und den Hammerhaien ihre wertvollen Flossen zum Verhängnis, die vor allem in Asien sehr begehrt sind. Bis zu 85 US-Dollar kann ein Kilo Flossen des Weißspitzen-Hochseehais auf dem Hong Kong Fin Market erzielen.

Meist landen die Tiere als Beifang auf den Booten der Thunfisch- und Schwertfisch-Fischerei und hätten gute Überlebenschancen, würden sie direkt wieder ins Wasser geworfen.

Stattdessen werden ihnen bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten und die verstümmelten Tiere im Meer entsorgt. Den Hammerhaien erging es bisher nicht viel besser: Ihre Finnen gelten als besondere Delikatesse.

Bis zu 135 US-Dollar werden im internationalen Handel für ein Kilo Hammerhai-Flossen gezahlt. Experten schätzen, dass deshalb jährlich bis zu 2,7 Millionen Hammerhaie allein von zwei Arten gefangen werden.

Auch die Mantarochen, vertreten durch die beiden Arten Riffmanta und Riesenmanta, haben durch die exzessive Befischung eklatante Bestandseinbrüche erlebt, sodass sie es im ersten Anlauf auf Anhang II schafften.

Darüber hinaus werden ihre getrockneten Kiemenreusen auf den asiatischen Märkten im Rahmen der traditionellen chinesischen Medizin hoch gehandelt.

„Es ist höchste Zeit, dass wirtschaftliche Interessen nicht länger über den Erhalt einer Art gestellt werden, denn genau das ist die Verantwortung von CITES“, so NABU-Artenschutzexpertin Claudia Praxmayer.

Die Abstimmungen zeigen: Viele Delegierte sind mittlerweile davon überzeugt, dass Haie und andere marine Arten in die Zuständigkeit von CITES fallen.

Darüber sind nicht alle Vertragsstaaten glücklich, vor allem nicht jene, die über viele Jahre versucht haben, CITES aus Fischerei-Angelegenheiten herauszuhalten und das Management in den Händen von regionalen Fischerei-Organisationen zu belassen.



Weitere Meldungen

Dummy Bild

Spektakulärer Fossilfund: 150 Millionen Jahre alter Urzeithai war einer der größten seiner Zeit

Eine Team um den Paläontologen Sebastian Stumpf von der Universität Wien beschreiben in einer neuen Studie ein außergewöhnlich gut erhaltendes Skelett des ausgestorbenen Urzeithaies Asteracanthus
Weiterlesen

Europäische Bürgerinitiative #StopFinningEU

Europäische Bürgerinitiative #StopFinningEU

Die Europäische Bürgerinitiative #StopFinningEU  wird von über 35 internationalen Meeres- und Umweltschutzorganisationen unterstützt
Weiterlesen

Port-Jackson-Stierkopfhai; Bildquelle: Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung

Besonderheit im Zahnschmelz von Haifischzähnen entdeckt

Haifischzähne müssen während ihrer kurzen Verweildauer auf den Punkt funktionieren: Der Port-Jackson-Stierkopfhai ernährt sich von harten Beutetieren wie Seeigeln und Muscheln
Weiterlesen

Bei den Vorfahren heutiger Haie standen die älteren, kleineren Zähne bei geschlossenem Maul senkrecht auf dem Kiefer, während die jüngeren, grösseren und schärferen Zähne gut versteckt in Richtung Zunge wiesen.; Bildquelle: Christian Klug, UZH

Urzeit-Hai hielt seine grössten Zähne gut verborgen

Manche, wenn nicht sogar alle Haie, die vor 300 bis 400 Millionen Jahren lebten, klappten ihre Kiefer nicht nur nach unten, sondern drehten sie zugleich gegen aussen
Weiterlesen

Ein Schnitt durch den Haiwirbel zeigt Wachstumsringe, ähnlich denen in Baumstämmen.; Bildquelle: Daniel Erny/Universitätsklinikum Freiburg

Gehirn des weltweit ältesten Wirbeltieres untersucht

Detaillierte Untersuchungen des ältesten Gehirns können neue Erkenntnisse für altersbedingte Krankheiten des Gehirns ermöglichen. Studie im Fachmagazin Acta Neuropathologica erschienen
Weiterlesen

Vollständiges Skelett eines fossilen Meerengels (Pseudorhina acanthoderma; SMNS 86214/41) aus dem Oberjura (ca. 155 Millionen Jahre) der Nusplinger Plattenkalke in Baden-Württemberg (SW-Deutschland).; Bildquelle: J. Kriwet

Zwischen Hai und Rochen: Der evolutionäre Vorteil der Meerengel

Meerengel sind Haifische, gleichen mit ihrem eigentümlich flachen Körper aber eher Rochen. Den Ursprung dieser Körperform hat jetzt ein internationales Forschungsteam um Faviel A. López-Romero und Jürgen Kriwet vom Institut für Paläontologie untersucht
Weiterlesen

Kinderstube des Weißen Hais Carcharodon carcharias in Chile; Bildquelle: Jaime A. Villafaña / Universität Wien

Erste Kinderstube des Weißen Hais entdeckt

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Jaime A. Villafaña vom Institut für Paläontologie der Universität Wien entdeckte die erste fossile Kinderstube des Weißen Hais Carcharodon carcharias in Chile
Weiterlesen

Dr. Matthias Schaber vom Thünen-Institut besendert einen Hundshai. Die Augen des Tieres sind zur Beruhigung mit einem feuchten Tuch abgedeckt.; Bildquelle: Thünen-Institut/Matthias Schaber

Versuche mit satellitenbasierten Sendern in der Nordsee sollen Wanderungsverhalten von Hundshaien aufklären

Er ist der größte in deutschen Gewässern stetig vorkommende Hai und in der aktuellen Roten Liste der Meeresfische Deutschlands als „stark gefährdet“ eingestuft: der Hundshai (Galeorhinus galeus)
Weiterlesen


Wissenschaft


Universitäten


Neuerscheinungen