Illegaler Schuppentierhandel in Deutschland: Hunderte Kilogramm geschmuggelter Schuppen seit 2010 beschlagnahmt

Schuppentiere zählen zu den am meisten illegal gehandelten Säugetieren der Welt. Der Welt-Schuppentier-Tag am 17. Februar macht auf die daraus resultierende Bedrohung und den dringend nötigen Schutz der in Afrika und Asien beheimateten Tiere aufmerksam.

Recherchen der Welttierschutzgesellschaft zeigen deutlich, inwiefern auch Deutschland in den illegalen Handel mit Schuppentierprodukten involviert ist.


Ein Schuppentier aus dem illegalen Wildtierhandel nach seiner Rettung.
Vor allem als Transitland für Schuppentierprodukte hat sich Deutschland seit 2010 als international bedeutend erwiesen. Dies sind die wichtigsten Zahlen und Fakten*, die die Welttierschutzgesellschaft hierzu in Erfahrung gebracht hat:

Seit 2010 haben die Zollbehörden bei 37 Aufgriffen insgesamt 761 Kilogramm Schuppen konfisziert. Für diese Menge an Schuppen mussten schätzungsweise mehr als 1.000 Tiere ihr Leben lassen.

Die Aufgriffe erfolgten vor allem an den Flughäfen von Frankfurt am Main und München. Die Schuppentierprodukte wurden in Paketsendungen entdeckt, die an den Flughäfen Zwischenstopp machten.

Herkunftsländer der Sendungen waren hauptsächlich die afrikanischen Staaten Nigeria und Äquatorialguinea. Zielland der Pakete war China, wo die Schuppen in der traditionellen Medizin gefragt sind.

Eine kleine Zahl von Sendungen war für deutsche Empfänger bestimmt. Inhalt dieser Pakete waren sowohl Schuppentierfleisch als auch Cremes und Arzneimittel auf Schuppentierbasis.

Eine Zusammenfassung dieser Recherchen sowie Informationen über den Schutz der Tiere enthält das aktuelle Dossier der Welttierschutzgesellschaft „Schuppentiere: Gewildert und gehandelt. Die Rolle Deutschlands und der Schutz der Tiere in Asien“, das hier abgerufen werden kann.

Verbesserter Schutz der Tiere

Aus Sicht der Welttierschutzgesellschaft bedarf es massiver Informationsarbeit in asiatischen Ländern, um die Nachfrage nach Schuppentierprodukten zu senken. Zum Schutz der Schuppentiere, die vor allem in Asien lebend gehandelt werden, ist es zudem wichtig, befreite Tier bestmöglich zu versorgen.

Seit 2014 verfolgt die Welttierschutzgesellschaft in Vietnam einen entsprechenden Ansatz, der sowohl Bildungsarbeit als auch die Rettung, Versorgung und Auswilderung konfiszierter Schuppentiere beinhaltet.

Zahlen aus Vietnam

Bis Ende 2017 konnten gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation „Save Vietnam’s Wildlife“ 1.200 Schülerinnen und Schüler an einem Kinderbildungsprogramm teilnehmen, das den Tierschutzgedanken bei den Kindern weckt. Als Teil der praktischen Tierschutzarbeit wurden 2017 insgesamt 407 Schuppentiere aus dem illegalen Handel gerettet und davon 196 bereits wiederausgewildert.

Details zu dem Einsatz für den Schutz der Schuppentiere in Vietnam bietet ebenfalls das aktuelle Dossier.



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