Welt-Schildkrötentag 2014

(24.05.2014) Anlässlich des Welt-Schildkrötentags am 23. Mai weist der WWF auf die prekäre Situation vieler Schildkrötenarten hin und fordert mehr Schutz für die Panzertiere.

Es gibt weltweit etwa 300 Schildkrötenarten. Dabei ist mehr als die Hälfte der untersuchten Arten in ihrem Bestand bedroht. Viele überleben nur noch in Zucht.

"Die erwachsenen Tiere haben nahezu keine natürlichen Feinde. Doch der Mensch bringt die Schildkröten an den Rand der Ausrottung. Wird eine Art neu entdeckt, so steht sie manchmal schon wenige Jahre später kurz vor dem Aussterben. Denn je neuer, hübscher und seltener, desto mehr facht dies Sammlernachfrage und die Wilderei zusätzlich an", sagt Georg Scattolin, Leiter des Internationalen Programmes beim WWF Österreich.

In Asien hat die steigende Wirtschaftskraft, insbesondere in China, zu einer Massennachfrage geführt. Hier gelten Schildkröten als Delikatesse. Im Reich der Mitte landen jährlich mehr als 300 Millionen Schildkröten im Kochtopf.

Außerdem werden sie in der traditionellen chinesischen Medizin unter anderem zur Krebstherapie eingesetzt. Da die Wildbestände vieler Arten bereits eingebrochen sind, ist die Schildkrötenzucht zu einem florierenden Geschäft geworden. Doch unter Kennern gelten Wildtiere als wirksameres Heilmittel.

Ein Beispiel ist die inzwischen vom Aussterben bedrohte, in China, Laos und Vietnam beheimatete Dreistreifen-Scharnierschildkröte, die als Schildkrötengelée verspeist, unter anderem einen hübschen Teint fördern soll.

Alle untersuchten Meeresschildkrötenarten sind in ihrem Bestand bedroht. Warum, das zeigt exemplarisch das Beispiel des Great Barrier Reef in Australien, wo sechs der sieben Arten vorkommen. Wasserverschmutzung und vom Klimawandel bedingte Meeresversauerung und Korallenbleiche bedrohen bereits die Zukunft des Riffs. Doch nun sollen nach dem Willen der australischen Regierung Kohleförderung und -export stark ausgeweitet werden.

Im Zuge der dafür geplanten Hafenausbauten ist geplant, 100 Millionen Kubikmeter Aushub und Schlamm im Gebiet des Weltnaturerbes zu verklappen. Weitere Bedrohungen sind die Fischernetze und im Wasser treibender Kunststoffmüll, den die Tiere für Quallen halten und irrtümlich verzehren.



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