Borrelien, Infektionen, Immunologie

(08.04.2013) 10. Jahrestagung der Deutschen Borreliose-Gesellschaft vom 12. bis 14. April 2013 in Hamburg

Zecken leben in Wäldern, in städtischen Parks und in unseren Gärten. Sie übertragen die FSME-auslösenden Viren, andere Krankheitserreger und am häufigsten Borrelia burgdorferi, den Erreger der Lyme-Borreliose - in Deutschland geschätzt 100.000-mal im Jahr.

Eine sich stetig ausbreitende Rötung um die Einstichstelle herum weist auf eine Borreliose hin. Oft wird keine Rötung beobachtet und, wenn die Borreliose nicht spontan ausheilt, kann sie sich über Jahre hinweg ausbreiten mit zum Teil schweren Krankheitsverläufen. Häufig sind die Haut, das periphere und zentrale Nervensystem, die Knochen, Muskeln, Gelenke, das Herz-Kreislaufsystem und die Augen betroffen.

Mit Beginn der "Zeckensaison" tagt die Deutsche Borreliose- Gesellschaft (DBG) in Hamburg. Wissenschaftler und Ärzte aus Europa, den USA werden über neueste Erkenntnisse aus der Mikrobiologie und Immunologie zu chronischen Infekten berichten. Es geht um Borrelien, aber auch Chlamydien- und Borna-Virus-Infektionen, sowie allgemein die Immunkompetenz bei chronischen Infekten.

Als besonderes Highlight stellt Professor Pusch aus Tübingen Ergebnisse seiner DNA-Untersuchungen bei Tutanchamun, Ötzi und anderen Mumien vor. Die Gesamtgenom-Sequenzierung von Ötzi ist ein Meilenstein in der Geschichte der Genetik und belegt unter anderem, dass Borrelien schon vor 4.500 Jahren übertragen worden sind.

Ebenso stehen Fragen der Praxis im Mittelpunkt der Tagung. Die Liquordiagnostik der Neuroborreliose wird derzeit nicht einheitlich gehandhabt, was zu übergroßen Abweichungen (bis zum Faktor 8) in den Ergebnissen führt.

Die DBG greift den dringenden Harmonisierungsbedarf auf und wird unter Leitung von Professor Hansotto Reiber, der die Liquordiagnostik maßgeblich entwickelt hat, gemeinsam Möglichkeiten zur Harmonisierung erörtern und mit Fachleuten diagnostischer Testhersteller einen Arbeitskreis einrichten.

Für die Bewältigung schwerwiegender Infektionskrankheiten, stellt die Nebenniere das zentrale Stressorgan des Menschen dar. Sie ist die Grundlage für eine erfolgreiche Abwehr von Infekten. Professor Bornstein, Direktor der medizinischen Klinik der TU Dresden, wird neueste Erkenntnisse zu Funktionsstörungen der Nebennierenrinde bei schwerer Inflammation vorstellen für die Entwicklung gezieltere Therapieschemata.

www.jt.deubo.de



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