Molekulare Diagnostik und Epidemiologie der Leishmaniose

(19.02.2018) Biowissenschaften gehören zu den Kernbereichen der akademischen Lehre und Forschung an der Technischen Hochschule Wildau. Dies bestätigte gerade wieder eine Veröffentlichung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Dort wurde das vom BMBF geförderte Erfolgsprojekt „Molekulare Diagnostik und Epidemiologie der Leishmaniose“ von Dr. Katrin Kuhls (Institut für Angewandte Biowissenschaften, Abteilung Molekulare Biotechnologie und Funktionelle Genomik) vorgestellt.

Technische Hochschule Wilda Dabei ging es um die Verbesserung der Diagnostik der Tropenkrankheit Leishmaniose sowie um eine Studie zur epidemiologischen Lage in Usbekistan und Armenien.

Im Ergebnis wurden Grundlagen für moderne Monitoringmethoden und Bekämpfungsstrategien gelegt. Insbesondere konnten neue Erkenntnisse zum Ursprung und zur Ausbreitung von Leishmaniose-Infektionen gewonnen werden. Darüber hinaus wurde eine Prognose der zukünftigen Verbreitung dieser Krankheit bedingt durch die globale Erwärmung erstellt.

Die Leishmaniose ist mit etwa 12 Millionen Fällen weltweit eine der sechs bedeutendsten tropischen Krankheiten.

Sie wird von einzelligen Parasiten ausgelöst, die von Sandmücken auf den Menschen übertragen werden und die verschiedene Tiere, insbesondere Hunde und Nagetiere, als Reservoire nutzen.

Befällt sie innere Organe, verläuft die Erkrankung bei ausbleibender Behandlung in vielen Fällen tödlich.

Laut WHO ist die Leishmaniose inzwischen in 98 Ländern heimisch, unter anderem in Südeuropa. Neuerdings kommt sie auch vereinzelt in Mitteleuropa (Deutschland, Schweiz, Österreich) vor.

Ursachen dafür sind der zunehmende internationale Reiseverkehr, der Import von oftmals infizierten Hunden aus Süd- und Südosteuropa und die Zuwanderung aus Risikoländern, aber auch Klimaveränderungen, die die Ausbreitung der Sandmücken in Mitteleuropa begünstigen.

Das Projekt von Katrin Kuhls ermöglichte den Aufbau eines Labors für Molekulare Diagnostik am Isaev-Institut Samarkand (Usbekistan) und somit die erstmalige Möglichkeit der molekularen Diagnostik vor Ort.

In Armenien konnte der Erreger erstmals genotypisiert werden. Durch die Schulung von armenischen und usbekischen Nachwuchswissenschaftlern in den Laboren der TH Wildau wurde die Basis für die Etablierung moderner molekularer Methoden in den Zielländern und somit für eine zuverlässige, sensitive Diagnostik der Erkrankung geschaffen.

Darüber hinaus wurden Sandmücken- und Feldstudien in Armenien und Usbekistan u.a. mit Beteiligung von Studierenden der TH Wildau durchgeführt.

Das Forschungsprojekt leistete somit auch einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wissenschaftspartnerschaft mit Ländern Zentralasiens und des Südkaukasus.




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