Winterschlaf fällt aus: Höhepunkt der Zecken-Welle 2014 bereits vorbei

(05.08.2014) Längst sind Zecken nicht mehr ausschließlich nur im Wald zu finden, sondern verstärkt auch in heimischen Gärten. Diese wollen die Experten der Universität Hohenheim nun für eine Studie über Zeckenhäufigkeit in Gärten unter die Lupe nehmen.

Dringend gesucht werden daher noch Gartenbesitzer in und um Stuttgart, die ihr Grundstück für die Untersuchungen zur Verfügung stellen.

Universität Hohenheim Sie sind winzig klein und sehr gefährlich, gerade wegen des milden Winters 2013/2014 sind die Zecken in diesem Jahr sehr aktiv. Dies schlägt sich allerdings zum Glück nicht in den Zahlen der an FSME Erkrankten nieder:

„Wir gehen davon aus, dass viele Menschen wegen des häufigen und heftigen Regens nicht spazieren gegangen sind, daher also die Kontaktzeiten zwischen Zecken und Menschen gering waren und wenig Viren übertragen werden konnten“, sagt Prof. Dr. Mackenstedt.

Vor allem betroffen: Baden-Württemberg und Bayern

Der Blick auf die Statistik zeigt: In den beiden bundesweit am meisten von Zecken betroffenen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg ist die Zahl der an FSME erkrankten Menschen in den Monaten Januar bis Juli in diesem Jahr deutlich gegenüber 2013 zurückgegangen.

In Bayern waren es 54 Infizierte gegenüber 83 im Vorjahr und in Baden-Württemberg 34 gegenüber 68 im Jahr 2013. Auf den Plätzen 3 und 4 folgen Hessen mit 6 und Sachsen mit 4 Erkrankten.

Sehr hohe Fallzahlen gab es in den Jahren 2005 (432) und 2006 (546). Ansonsten wurden seit 2001 238–313 Fälle pro Jahr verzeichnet (Quelle: RKI).

Vor allem betroffen waren auch damals Bayern und Baden-Württemberg. Regelmäßig tritt die FSME auch in Hessen, Thüringen, Sachsen und in Rheinland-Pfalz auf.

Einzelfälle wurden in den letzten Jahren aber auch aus anderen Bundesländern gemeldet.

Verbreitung der FSME in Deutschland

Die Hauptverbreitungs- und -risikogebiete der FSME in Deutschland liegen in Bayern und Baden-Württemberg. Zudem gelten einige Landkreise in Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen als Risikogebiete.

Einzelne FSME-Fälle und infizierte Zecken wurden aber auch aus anderen Bundesländern gemeldet. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind bis zu etwa 3 Prozent der Zecken in einem FSME-Gebiet infiziert.

Das Vorkommen von Borrelien in Zecken schwankt regional sehr stark und kann bis zu 30 Prozent betragen. In der Bundesrepublik haben 5,8 Prozent der Frauen und 13 Prozent der Männer Antikörper – ein Zeichen dafür, dass sie vermutlich bereits mindestens einmal Kontakt mit den Erregern hatten. Nur rund ein Prozent der Infizierten entwickelt Krankheitssymptome.

Wo halten sich die Zecken auf, wenn sie auf Wirtsuche sind?

Zecken, die auf der Suche nach einem Wirt sind, erklimmen exponierte Stellen und warten dort so lange, bis ein Wirt (Tiere oder auch ein Mensch) vorbeikommt, an dem sie sich festhalten können.

Dies ist in der Regel die bodennahe Vegetation (Gräser, krautige Pflanzen, Gebüsch), umherliegendes Totholz (Äste, Baumstämme), Baumstümpfe oder Ähnliches.

Meist klettern aktive Zecken nicht sehr hoch. Erwachsene Zecken halten sich in der Regel in einer Höhe von 30 bis 60 Zentimeter auf, seltener bis zu einer Höhe von 1,5 Meter.

Die Gartenstudie der Universität Hohenheim: Gartenbesitzer gesucht

Auch die heimischen Gärten im Südwesten sind zunehmend von Zeckenbefall betroffen und können als so genannte „hot spots“ von Zecken dienen.

Die Bedeutung der Gärten wurde bisher häufig unterschätzt und das Infektionsrisiko vor allem mit Freizeitaktivitäten in Wäldern und Wiesen verbunden.

Deswegen will die Universität Hohenheim für eine Studie Gärten in Stuttgart und Umgebung auf Zeckenbefall untersuchen. Dafür werden noch Grundstücksbesitzer gesucht, die ihren Garten für die Untersuchungen zur Verfügung stellen. Der Garten sollte dabei mindestens 400 Quadratmeter umfassen.

Nähere Informationen gibt es bei Prof. Dr. Ute Mackenstedt (mackenstedt@uni-hohenheim.de, https://zecken-im-garten.uni-hohenheim.de).



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