Geflügelpest: Hohes Eintragsrisiko durch Wildvögel beim Herbstvogelzug

(05.10.2020) Neue Risikoeinschätzung zum Auftreten der Geflügelpest („Vogelgrippe“) in Deutschland

Das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), legt eine neue Risikoeinschätzung zum Eintrag der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI; Geflügelpest) des Subtyps H5 durch Wilvögel nach Deutschland vor.

Aus Russland und Kasachstan wurde seit Juli 2020 über eine Reihe von Nachweisen von Influenzaviren des Subtyps H5(N8) in Wildvögeln und Geflügelhaltungen berichtet.

Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI)

Ähnliche Ausbruchsserien in derselben Region wurden 2005 (HPAI H5N1) und 2016 (HPAI H5N8) beobachtet, denen dann epidemische Ausbreitungen der Erreger in Ost- und Mitteleuropa folgten.

Die neuen Nachweise liegen auf Zugrouten von migrierenden Wildvögeln aus dem Brutgebiet in Sibirien nach Osteuropa. Da der Vogelzug in den nächsten Wochen seinen Höhepunkt erreichen wird, empfiehlt das FLI eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber Wildvogel-Totfunden und eine Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen in den Geflügelhaltungen.

„Vorbeugen ist immer besser, als später Tierseuchenbekämpfung durchführen zu müssen“, so der Präsident des FLI, Prof. Thomas C. Mettenleiter.

Download: Risikoeinschätzung zum Auftreten von HPAIV H5 in Deutschland, Stand 02.10.2020


Weitere Meldungen

Schweiz

Erster Fall von Vogelgrippe in der Bodenseeregion

Nach mehreren Fällen in Süddeutschland wurde in Konstanz bei einem Schwan die Vogelgrippe (HPAIV) nachgewiesen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Vogelgrippe auch in die Schweiz kommt, ist hoch
Weiterlesen

Schweiz

Aufruf zur Wachsamkeit der Geflügelhalter

In Nordeuropa sind die Fälle von Vogelgrippe bei wilden Wasservögeln seit Oktober stark gestiegen und Nutzgeflügel sind jetzt auch betroffen
Weiterlesen

Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

Verfolgung neuer Vogelgrippeviren wird durch moderne Analysen der Genomdaten möglich

Im Rahmen eines internationalen Konsortiums gelang durch mathematische Analysen die Nachverfolgung der Entstehung und Verbreitung neuer Varianten der Vogelgrippe
Weiterlesen

Mikroskopische Aufnahme menschlicher Zellen nach Infektion mit Grippeviren. Der Zellkern ist blau, virale Proteine sind grün dargestellt.; Bildquelle: AG Selbach, MDC

Was Vogelgrippe in menschlichen Zellen behindert

Normalerweise sind Vogelgrippeviren nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Gelingt es ihnen dennoch, könnte das eine Pandemie auslösen. Was den Sprung vom Tier auf den Menschen unwahrscheinlicher macht, berichten Forscher von MDC und RKI nun im Fachblatt „Nature Communications“
Weiterlesen

Produktion von Vogelgrippeantigenoligomeren in N. benthamiana-Blättern; Bildquelle: Hoang Trong Phan

Projekt zur Entwicklung kostengünstiger Vogelgrippe-Vakzinen angelaufen

Beim Ausbruch der Vogelgrippe gibt es oftmals nur eine Methode, um die Infektionskrankheit einzudämmen – die Tötung der Nutzvögel
Weiterlesen

IZW

Wissenschaftler weisen erstmals tödliche Vogelgrippe-Infektion beim Seeadler nach

Stirbt ein Seeadler eines unnatürlichen Todes, waren bislang eine Bleivergiftung oder eine Kollision mit einem Zug die wahrscheinlichsten Auslöser
Weiterlesen

Krauskopfpelikane ; Bildquelle: Daniel Zupanc

Wieder Pelikane im Tiergarten Schönbrunn

In den Tiergarten Schönbrunn sind wieder Krauskopfpelikane eingezogen. Vor eineinhalb Jahren musste der Wiener Zoo seine Pelikan-Gruppe leider wegen der Erkrankung an Vogelgrippe einschläfern
Weiterlesen

(v.l.): Robert Römer (QS Fachgesellschaft Geflügel), Prof. Dr. Franz-Josef Conraths (FLI), Dr. Barbara Grabkowsky (Uni Vechta), Friedrich-Otto Ripke (ZDG), Dr. Klaus-Peter Behr (AniCon Vorsorge); Bildquelle: Wilke

Geflügelpest-Risikoampel

Am 19. Juni 2018 hat die Universität Vechta zusammen mit Partnern im Rahmen einer Fachtagung die neu entwickelte Geflügelpest-Risikoampel vorgestellt.
Weiterlesen


Wissenschaft


Universitäten


Neuerscheinungen