Grünfinken leiden unter Trichomoniasis: Bestände mehr als halbiert

(29.08.2017) Seit fünf Jahren tritt während der Sommermonate bei Grünfinken die Vogelkrankheit Trichomoniasis auf, die durch einzellige Parasiten hervorgerufen wird.

Sie verbreitet sich hauptsächlich über Futterstellen und Vogeltränken. Die Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich empfiehlt daher, Futterstellen regelmäßig zu kontrollieren und zu säubern. Wer kranke oder tote Vögel beobachtet, muss die Fütterung sofort einstellen um weitere Ansteckungen zu verhindern.


Grünfink

„Die ersten Symptome einer Trichomoniasis-Krankheit sind aufgeplusterte Vögel, die krampfhaft zu fressen versuchen und nicht mehr wegfliegen“, erklärt Rene Brunthaler, Pathologe an der Veterinärmedizinischen Universität Wien: „Die Parasiten befallen den vorderen Verdauungstrakt, vor allem den Kropf der Vögel und rufen dort schwerwiegende Entzündungen hervor.

Sie können kein Futter mehr zu sich nehmen und sterben.“ Eine Rettung für angesteckte Tiere gibt es nicht, es kann nur die Ausbreitung einer Seuche verhindert werden.

Sauberkeit und Hygienemaßnahmen

Bei freilebenden Tieren kann nicht aktiv gegen den Parasiten vorgegangen werden. „Die wichtigste Maßnahme ist daher, die Ansteckungskette bei den Vögeln zu unterbrechen und große Vogelansammlungen wie an Futterplätzen oder Vogeltränken zu verhindern“, betont der Pathologe: „Sind Vögel erst einmal infiziert, ist das ihr Todesurteil. Die beste Maßnahme bei Auftreten dieser Krankheit ist, die Fütterung sofort einzustellen, Futterreste zu entfernen sowie Futtergeräte und Vogeltränken mit heißem Wasser zu reinigen.“

Für Menschen und Haustiere besteht keine Ansteckungsgefahr - wenn grundsätzliche Hygienemaßnahmen, wie Händewaschen nach Säuberung der Futterstelle, eingehalten werden.

Grünfinken-Bestand halbiert

Bis 2012 gehörte der Grünfink mit rund 235.000 Brutpaaren in Österreich zu den Top 15 der heimischen Brutvögel. Seither haben sich die Bestände des Finkenvogels mehr als halbiert. „Der starke Bestandsrückgang ist alarmierend! Es ist sehr wahrscheinlich, dass ein Zusammenhang mit dem Auftreten dieser Krankheit besteht“, erörtert Norbert Teufelbauer von BirdLife Österreich den massiven Rückgang der Grünfinken: „Derzeit ist das Auftreten von Trichomoniasis fast ausschließlich auf Grünfinken beschränkt. Warum gerade diese Art so sensibel darauf reagiert, ist uns bislang nicht bekannt.“

Um diesem besorgniserregenden Rückgang auf den Grund gehen zu können, ruft BirdLife Österreich alle Vogelfreunde auf, Trichomoniasis-Verdachtsfälle zu melden: „Verständigen Sie uns unter office@birdlife.at oder unter der Telefonnummer 01/5234651, wenn Sie kranke oder tote Vögel im Garten beobachten.

Stellen Sie in diesem Fall die Vogelfütterung bis zum Beginn der kalten Jahreszeit ein und verwenden Sie dann am besten Futtersilos oder Futtersäulen, wo die Vögel das Futter nicht verkoten können. Bei niedrigen Temperaturen gilt ein Auftreten der Krankheit als unwahrscheinlich.“




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