Afrikanische Elefanten werden schneller getötet als sie sich fortpflanzen können

(12.08.2016) Internationale und nationale Märkte für Elfenbein müssen geschlossen werden

Etwa alle 15 Minuten fällt ein Afrikanischer Elefant Wilderern zum Opfer. In einem Jahr macht das 30.000 Elefanten, die ihrer Stoßzähne wegen getötet werden.

„Eine dramatische Entwicklung“, warnt NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich des Welttag des Elefanten am 12. August.

Expertenschätzungen zufolge seien heute weniger als eine halbe Million Elefanten auf dem afrikanischen Kontinent übrig.

„Wir fordern, die internationalen sowie nationalen Elfenbeinmärkte zu schließen und den Elfenbeinhandel weltweit konsequent zu verbieten“, sagte Tschimpke.

Sollte sich an der gegenwärtigen Situation nichts ändern, könnte der Afrikanische Elefant in 25 Jahren ausgestorben sein.

China, die Vereinigten Staaten und seit Kurzem auch Frankreich haben verkündet, ihre nationalen Elfenbeinmärkte zu schließen. Die EU, bislang der größte Exporteur von legal gehandeltem Elfenbein, mauert bislang. Mehr als 20.000 Schnitzereien und 564 Stoßzähne wurden in den letzten zehn Jahren legal aus Europa exportiert, Tendenz steigend.

Auch in Deutschland gibt es einen aktiven Handel mit legalem Elfenbein sowie ein traditionelles Schnitzereigewerbe. „Solange Elfenbein einen finanziellen Wert hat, werden Kriminelle einen Weg finden, von der Elefantentötung zu profitieren“, sagte Barbara Maas, Artenschutzexpertin der NABU International Naturschutzstiftung.

„Seit 2011 werden Elefanten schneller getötet als sie sich fortpflanzen können. Daher ist ein weltweites, konsequentes Handelsverbot mit Elfenbein die einzige Möglichkeit, den Elefanten eine Überlebenschance zu liefern“, so Maas weiter.

Hauptabnehmer des gewilderten Elfenbeins ist China, aber auch Hong Kong und, seit Neuestem, Vietnam, das bisher für den Absatz von Nashorn-Horn bekannt war.

„Da China verspricht, den heimischen Handel mit Elfenbein zu reduzieren, ist Vietnam die Hauptroute für den Schmuggel von Elfenbein und anderen Tierprodukten nach China geworden. Die Länder teilen sich eine 700 Kilometer lange, schlecht überwachte Grenze“, erklärte Maas.

Die NABU International Naturschutzstiftung setzt sich insbesondere in Kenia für den Schutz von Elefanten und anderen Wildtieren ein. Im Tsavo-Nationalpark hat die Stiftung gemeinsam mit der staatlichen Naturschutzbehörde Kenya Wildlife Service und dem David Sheldrick Wildlife Trust eine Hundestaffel für Wildereibekämpfung aufgebaut.

Die Hunde spüren Elfenbein, Munition oder verwundete Tiere auf, verfolgen Wilderer-Fährten und untersuchen Fahrzeuge, Gebäude und Verstecke.

Außerdem unterstützt NABU International mit einem Rangerfonds Wildhüter und ihre Familien.



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