Zahl der Berggorillas in Afrika auf 880 gestiegen

(16.11.2012) Die weltweite Zahl der Berggorillas ist seit zwei Jahren auf fast 900 Exemplare gestiegen. Das ist das erfreuliche Ergebnis der Zählung der Wildtierbehörde in Uganda.

Seit 2010 stieg die Zahl der seltenen Tiere im Bwindi Impenetrable Nationalpark von 786 auf 880 Tiere. Die gefährdeten Berggorillas leben nur in zwei Gebieten - in Bwindi und im Virunga Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo, Uganda und Ruanda.

Beide Populationen verzeichneten seit zehn Jahren Aufwärtstrends. „Berggorillas sind die einzigen Menschenaffen, deren Zahl wieder nach oben geht. Die Ursache dafür sind intensive Naturschutzmaßnahmen und das Engagement der lokalen Gemeinden“, freut sich der WWF-Spezialist David Geer. Dennoch sind die Berggorillas im Kongo von Ölbohrungen bedroht.

Viele Berggorilla-Gruppen haben sich an die Nähe der Menschen gewöhnt und sind zu einer einzigartigen Touristenattraktion geworden. Neben der Überwachung durch die Parkranger tragen auch die Gelder der Touristen zum Schutz der Tiere bei. Die Einnahmen werden in Projekte wie den Bau von Brunnen und Schulen investiert.

Die größte Bedrohung für die Gorillas sind die Schlingfallen, in denen sie sich verfangen. Auch der Verlust ihres Lebensraums und die Übertragung von Krankheiten durch den Menschen gefährden die Bestände. Eine große Gefahr besteht auch in den angekündigten Ölbohrungen im Virunga Nationalpark in Kongo.

Auch wenn die Bohrungen nicht direkt im Gorillahabitat stattfinden, würde die begleitende Industrie diesen ersten Nationalpark Afrikas und UNESCO-Welterbe in Bedrängnis bringen.

Durch die Arbeiter der Ölindustrie und das schwere Gerät ist die Artenvielfalt bedroht. Das betrifft auch Elefanten, Flusspferde und die Okapi-Antilope.

Der WWF befürchtet außerdem eine zunehmende Abholzung, Wilderei und noch mehr Fallen in den Wäldern. „Bereits in diesem Jahr starben sieben Gorillas in den Schlingfallen der Wilderer“, bedauert Geer. Die Gorilla-Population in Virunga ist immer noch sehr instabil und könnte durch die Geldgier der Eliten leicht kippen, befürchtet die Naturschutzorganisation.

Berggorillas leben in sozialen Gruppen. Die Zahl von 400 Tieren im Bwindi Nationalpark allein, zeigen, dass es etwa 36 Gruppen und 16 einzelne männliche Tiere gibt. Zehn dieser Gruppen sind an die Touristen und Wissenschaftler gewöhnt. Die Wildtierzählung wurde neben anderen Organisationen auch vom WWF unterstützt.



Weitere Meldungen

Die Zahl weltweit freilebender Berggorillas stieg auf mehr als 1.000 Tiere an; Bildquelle: Martha Robbins, MPI-EVA

Zahl freilebender Berggorillas steigt auf mehr als 1.000

Die jüngste Zählung der vom Aussterben bedrohten Berggorillas (Gorilla beringei beringei) im Gebiet um die Virunga-Vulkane ergab eine Zahl von mindestens 604 Individuen
Weiterlesen

WWF

WWF: Holzkohle, Öfen und Honig retten die Berggorillas im Kongo

Um das Überleben der letzten 880 Berggorillas zu sichern, braucht es neben Projekten zur Wiederaufforstung auch intelligente Projekte zur Produktion von effizienten Öfen, Holzkohle und auch Bienenzuchten
Weiterlesen

WWF

WWF zählt die letzten Berggorillas in Zentralafrika

Elektronische Berggorilladatenbank soll Überleben der Menschenaffen sichern
Weiterlesen

WWF

Berggorilla-Zählung in Afrika angelaufen

Es gibt heute weltweit nur mehr 880 Berggorillas in Zentralafrika, die in den Virunga-Bergen im Grenzgebiet von Ruanda, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo und im Bwindi Nationalpark in Uganda leben
Weiterlesen

Spitzmaulnashorn; Bildquelle: Wikipedia

SAVE fordert Schutz des Lebensraums statt aufwendiger Zuchtprogramme

Dass sich Artenschutz lohnt, zeigen uns viele positive Beispiele: Die bedrohten Berggorillas haben sich dank intensiver Schutzbemühungen wieder erholt, genau wie die einst vor der Ausrottung stehenden Elefanten
Weiterlesen

WWF

Artensterben und Waldzerstörung: Die Gewinner und Verlierer 2011

Die Umweltstiftung WWF zieht unter Artenschutzgesichtspunkten eine zweischneidige Jahresbilanz
Weiterlesen


Wissenschaft


Universitäten


Neuerscheinungen

09.10.