90 Feldhamster-Forscher tagen am Wochenende im Heidelberger Marsilius-Kolleg

(25.10.2016) Sie kommen aus Frankreich, den Niederlanden, Schottland und Russland oder der Ukraine nach Heidelberg, um den Feldhamster zu retten. Die Feldhamster-Forscher-Elite aus elf Ländern trifft sich am 28. Oktober 2016 zur jährlichen Tagung der Internationalen Arbeitsgruppe Feldhamster im Heidelberger Marsilius-Kolleg.

Spannende Einblicke in die bedrohte Welt des sympathischen Nagers sind sicher. Die Heidelberger Tierfilmer Annette und Klaus Scheurich sind dem Tier mit der Kamera unter den Acker gefolgt.

Der Film „Feldhamster – mit vollen Backen durchs Leben“ wird auf der Tagung gezeigt. Der Deutschen Wildtier Stiftung ist es gemeinsam mit dem Institut für Faunistik aus Heiligkreuzsteinach gelungen, 90 Feldhamster-Fachleute nach Heidelberg zu holen.

„Der Feldhamster stirbt uns buchstäblich unter den Händen weg“, sagt Peer Cyriacks, Biologe der Deutschen Wildtier Stiftung. „Während die industrielle Landwirtschaft finanziell gefördert wird, bleibt die wildbiologische Artenvielfalt der Feldflur unbeachtet.“

Die Folgen sind dramatisch: „Der Feldhamster war einst so häufig, dass er von den Bauern als Getreideschädling gejagt und gefangen wurde. Mittlerweile ist er eines der am stärksten bedrohten Säugetiere in ganz Europa!“ Aus diesem Grund ist er das Tier des Jahres 2016.

Während die Wissenschaftler bis Sonntag nach Lösungen für das hochbedrohte Tier suchen, ziehen sich die letzten Feldhamster Deutschlands jetzt zum Winterschlaf in ihren unterirdischen Bau zurück. Ist der Feldhamster überhaupt noch zu retten? Peer Cyriacks: „Eines ist klar: Viel Zeit bleibt uns nicht mehr.“



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