Fuchsbandwurmmonitoring in Niedersachsen fortgeführt: bisher knapp 1.500 Tiere untersucht 

(22.06.2004) Im Veterinärinstitut Hannover des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) wird ein Fuchsbandmonitoring fortgesetzt.

Es besteht seit 1990/1991 und findet seitdem alle sechs bis sieben Jahre statt. Ziel ist es, festzustellen, ob heimische Füchse mit dem Kleinen Fuchsbandwurm befallen sind – und, wenn ja: ob die Infektionsrate angestiegen ist.

In einem ersten Untersuchungsabschnitt wurden seit Herbst vergangenen Jahres bisher bereits knapp 1.500  Füchse aus 30 niedersächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten untersucht.

Bis zur Beendigung des zweiten Untersuchungsabschnitts, das wird voraussichtlich im Frühjahr 2005 sein, werden landesweit bis zu 3.000 Füchse untersucht  worden sein. Soviel steht schon jetzt fest:

In einigen Regionen ist die Infektionsrate angestiegen. Aussagekräftige Ergebnisse darüber, ob und möglicherweise wie die Infektionsrate regional unterschiedlich ist, kann es erst nach Beendigung der Untersuchung geben.

Der Kleine Fuchsbandwurm ist ein Dünndarmparasit, nur vier Millimeter lang, der vorwiegend beim Fuchs, aber auch bei Hunden und Katzen vorkommt. Seine besondere Bedeutung liegt in der Ansteckungsgefährdung vom Tier auf den Menschen.

Die durch den Parasiten hervorgerufene "Alveoläre Echinokokkose" (AE) zählt zu den gefährlichsten, vom Tier auf den Menschen übertragbaren parasitären Krankheiten. Dabei wird der Mensch durch den Parasiten als sogenannter Fehlzwischenwirt genutzt.

In Organen – hauptsächlich der Leber – entwickelt sich eine Vielzahl parasitärer Larvenstadien, die tumorähnlich in das Gewebe hineinwuchern und allmählich zu einer Zerstörung des befallenen Gewebes führen.

Dadurch werden schwere gesundheitliche Schäden verursacht, die nur schwer behandelbar sind.

Infizieren kann sich der Mensch mit dem Kleinen Fuchsbandwurm zum Beispiel durch den Verzehr von bodennah wachsenden Wald- und Kulturfrüchten, die  über Fuchskot  mit Bandwurmeiern verunreinigt sein können, oder aber durch Kontakt mit Bandwurmeiern, die am Fell infizierter Tiere haften.

"Waldfrüchte (z.B. Beeren, Pilze etc.), Gemüse, Kräuter aus Wald und Wiese, sowie Fallobst sollten grundsätzlich vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden, rät der Experte Dr. Michael von Keyserlingk vom Veterinärinstitut Hannover.

Das Tiefgefrieren bei üblichen Temperaturen von –20°C tötet die Eier des Fuchsbandwurmes nicht ab.

Sicher abgetötet werden die Bandwurmeier durch Erhitzen auf Temperaturen über 60°C, d.h. durch Kochen, Braten oder Backen.

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