Erfolgreiche Zucht von Herdenschutzhunden gibt Hoffnung für Gepardenschutz

(16.09.2011) Zwei Hündinnen aus dem Herdenschutzhundezuchtprogramm des Cheetah Conservation Fund (CCF) haben Nachwuchs bekommen. Die kleinen Welpen werden in wenigen Monaten als vierbeinige Gepardenschützer auf  Farmen in Namibia eingesetzt.


Herdenschutzhunde
Sie helfen dann, den vorherrschenden Mensch-Wildtier-Konflikt zu entschärfen und das schnellste Landsäugetier zu schützen.

Geparde sind weltweit vom Aussterben bedroht. In Namibia lebt mit etwa 3.000 Tieren die größte noch verbliebene Gepardenpopulation. Die meisten der Geparde leben auf zur Viehhaltung genutztem Farmland. Dort gibt es für sie Wildtiere im Überfluss, aber die Farmer sehen in ihnen trotzdem immer noch eine Bedrohung ihrer Nutzviehherden.

Sie jagen die Geparde, stellen Fallen auf und töten sie, um ihre Existenz zu schützen. Aus diesem Grund setzt sich die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V. in Namibia in Zusammenarbeit mit dem CCF für die Lösung des bestehenden Mensch-Wildtierkonfliktes ein, beispielsweise durch die Entwicklung von “Geparden-freundlichen” Methoden in der Viehhaltung.

„Hierbei kommt den Herdenschutzhunden eine besondere Bedeutung zu“, erklärt Birgit Braun, Artenschutzexpertin der AGA, „ deshalb sind die kleinen Welpen große Hoffnungsträger für den Schutz der schnellen Katzen.“ Im Rahmen des Schutzprojektes werden Herdenschutzhunde, die Nutzviehherden vor Geparden und anderen Raubtieren schützen, gezüchtet und ausgebildet.

Die Hunde werden dabei nicht darauf trainiert zu hetzen oder anzugreifen, sie sollen bellen und durch ihre imposante Erscheinung den Angreifer verscheuchen. Geparde sind normalerweise nicht aggressiv und ziehen sich in der Regel vor einem bellenden Hund zurück. Als besonders geeignet für diese Arbeit hat sich der Einsatz von türkischen Herdenschutzhunden, erwiesen.

„Auf diese Weise schützen die Herdenschutzhunde erfolgreich das Nutzvieh und erhöhen damit die Akzeptanz für die  Geparde bei den Farmern“, ergänzt Braun.

Die Welpen werden mit sieben bis acht Wochen von ihrer Mutter entwöhnt und als Welpen mit einer Ziegen- oder Schafherde vergesellschaftet, damit sie sich an die Herdentiere binden können.

Die jungen Hunde gehen mit dem Hirten und der Herde auf die Weide, um sich an das Verhalten der Herden- und Wildtiere zu gewöhnen. Nach ihrer Ausbildung werden die kleinen Herdenschutzhunde an interessierte Farmer abgegeben, die vorab im Umgang und der Fürsorge für die Hunde geschult werden.



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