Interessierte Bürger können helfen, Fotos von Kamerafallen in Namibia auszuwerten

(25.01.2018) Gepardenschützer starten mit „Cheetahs of Central Namibia“ ein Citizen Science Projekt

In Namibia lebt ein Großteil der 7.100 Geparde, die es in Afrika noch gibt. Die schnellen Jäger beschränken sich bei ihren Streifzügen keineswegs auf menschenleere Nationalparks – im Gegenteil, die meisten Tiere teilen sich ihr Habitat mit Menschen und Nutztieren.

So auch im Greater Waterberg Landscape, einer Landschaft im Zentrum Namibias, die insgesamt fünf Schutzgebiete umschließt.


Gepard auf einem Foto aus einer Kamerafalle

Um Konflikte zwischen Geparden und Menschen weitgehend vermeiden zu können, will der Cheetah Conservation Fund (CCF) das Wanderverhalten der Großkatzen möglichst genau erforschen. Im Jahr 2015 hat die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) ihrer Partnerorganisation CCF zu diesem Zweck 43 Kamerafallen finanziert – unbemerkt knipsen diese Fotos von umherstreifenden Geparden.

Doch die über das Gebiet verteilten Geräte unterscheiden keine Tierarten. Eine streunende Hyäne löst die Bewegungssensoren an den Fallen genauso aus wie der Gepard, der sich an der Kamera vorbei schleicht; ob Pavian, Gazelle oder Mensch, die mittlerweile über 1,2 Millionen Fotos dokumentieren die ganze Artenvielfalt im Busch.

Eine solche Menge an Fotos birgt einen riesigen Schatz an wertvollen Daten – und bedeutet eine ganze Menge Arbeit. Jedes Bild muss einzeln gesichtet, jedes abgebildete Tier einer bestimmten Art zugeordnet werden.

Alleine können die Mitarbeiter der AGA und des CCF diese Mammutaufgabe unmöglich bewältigen. Darum bitten sie weltweit Tierfreunde und Naturschützer um Mithilfe bei „Cheetahs of Central Namibia“, einem sogenannten Citizen Science Projekt: Interessierte Laien mit Internetzugang können nach wenigen Klicks und einer kurzen Einführung direkt auf der Homepage des Projekts loslegen.

Die fragliche Aufnahme wird dort jeweils im Großformat angezeigt. In einem seitlich eingeblendeten Menü kann der Betrachter dann die abgebildete Art auswählen – Impala oder Oryxantilope? Schabrackenhyäne oder Schabrackenschakal? Pavian oder Warzenschwein – oder doch gar ein Gepard?

Das Menü bietet 52 Tierarten zur Wahl; Beispielfotos und ein intuitiv verständlicher Bestimmungsschlüssel erleichtern die Suche nach der richtigen Spezies.

Mancher Buschbewohner ist schnell überführt. Andere Bilder geben knifflige Rätsel auf, besonders, wenn der Schnappschuss nachts entstanden ist.

So können Hobby-Tierforscher eine spannende Zeit bei der Geparden-Suche verbringen, lernen die Tierarten der namibischen Savannen- und Buschlandschaft kennen – und helfen nebenbei der Wissenschaft.

Doch nicht nur den Geparden kommt diese Hilfe zugute. Auch Daten über alle anderen Tierarten geben den Artenschützern wichtige Einblicke.

Zu finden ist das Projekt unter https://www.zooniverse.org/projects/danberinger/cheetahs-of-central-namibia. Um an der Artbestimmung teilzunehmen, ist keine Anmeldung nötig.

Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, ein Benutzerprofil anzulegen und dann beispielsweise mit anderen Nutzern und den Experten des CCF online zu diskutieren und sich auszutauschen. Die AGA und der CCF freuen sich über möglichst viele begeisterte Helfer!




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