Die Deutsche Wildtier Stiftung richtet „Kornkammer“ für den bedrohten Feldhamster ein

(10.12.2015) Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild hat den Feldhamster gerade zum Tier des Jahres 2016 gekürt - und was macht der Preisträger? Er schlummert!

„Schon im Oktober hat sich der Feldhamster in seinen Bau unter dem Acker zurückgezogen. Dort wird der hochbedrohte Nager bis zum Frühjahr weiter schlafen“, erklärt Peer Cyriacks, Biologe der Deutschen Wildtier Stiftung.

Der Gewinner ist eigentlich ein Verlierer: Der Feldhamster gehört mittlerweile zu den am stärksten bedrohten Säugetieren Deutschlands. Wenn nicht schnell gegengesteuert wird, wird das Aussterben der Art in vielen Regionen weitergehen!

„Die Auszeichnung zum Tier des Jahres 2016 ist wichtig“, betont Peer Cyriacks. „Sie hilft uns, auf die Probleme des extrem seltenen Säugetieres aufmerksam zu machen.“ In Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gibt es insgesamt nur noch wenige hundert Tiere – in anderen Bundesländern ist der Feldhamster bereits seit langem ausgestorben.

„Der Wandel in der Landwirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten die Welt des Feldhamsters sehr stark verändert. Der intensive und großräumige Anbau von nur noch wenigen Kulturpflanzen raubt den Tieren die Möglichkeit, ausreichend Futtervorräte für den Winter zu hamstern“, erklärt der Biologe der Deutschen Wildtier Stiftung.

Vorräte, die das Tier für seinen Winterschlaf benötigt. Bleiben die Hamsterbacken leer, verhungert er - von Menschen unbemerkt – in seinem Winterquartier unterm Acker!

Die Deutsche Wildtier Stiftung schützt in Zusammenarbeit mit Landwirten den Feldhamster in Hessen und Sachsen-Anhalt. Landwirte erhalten in den Projektregionen einen finanziellen Ausgleich, wenn sie Teile ihrer Flächen hamsterfreundlich bewirtschaften.

„Dieses Projekt soll auch ein Modell für eine wildtierfreundlichere Agrarpolitik sein, die bisher noch viel zu viel Geld ohne ökologische Gegenleistung an die Landwirtschaft verteilt“, sagt Peer Cyriacks.

Bis es soweit ist, werden für die Finanzierung Spenden und Patenschaften eingesetzt. So können Feldhamster-Freunde mithelfen, die Kornkammer des Feldhamsters zu füllen - damit die Hamsterbacken 2016 wieder dicker werden.



Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Deutsche Wildtier Stiftung

90 Feldhamster-Forscher tagen am Wochenende im Heidelberger Marsilius-Kolleg

Sie kommen aus Frankreich, den Niederlanden, Schottland und Russland oder der Ukraine nach Heidelberg, um den Feldhamster zu retten.
Weiterlesen

Deutsche Wildtier Stiftung

Neue Verbreitungskarte belegt den dramatischen Rückgang des Feldhamster

Für Nordrhein-Westfalen gibt es traurige Gewissheit: In diesem Bundesland ist der Kampf um den Feldhamster schon verloren
Weiterlesen

Bericht zum Status des Feldhamsters (Cricetus cricetus)"

Gefährdung des Feldhamsters nimmt weiter zu

Die Gefährdung des Feldhamsters in Deutschland schreitet weiter voran. Dies dokumentiert die BfN-Veröffentlichung „Bericht zum Status des Feldhamsters (Cricetus cricetus)“ im Skript 385
Weiterlesen

Natur und Landschaft

Fachzeitschrift „Natur und Landschaft“ zum Schutz der Feldhamster erschienen

Denn der Feldhamster ist eine in Deutschland streng geschützte Tierart. Er lebt in der Agrarlandschaft, vor allem außerhalb von Schutzgebieten. Der einst in Europa weit verbreitete Nager kommt nur noch in wenigen Regionen vor und gilt als vom Aussterben bedroht
Weiterlesen

Bundesamt für Naturschutz

Artenschutzexperten fordern Aktionspläne für den Feldhamster

Die Gefährdung der Feldhamster in Deutschland nimmt weiter dramatisch zu. Dies ist das Fazit eines soeben zu Ende gegangenen Expertentreffens im Bundesamt für Naturschutz
Weiterlesen

Deutsche Wildtier Stiftung

Deutsche Wildtier Stiftung vergibt den Forschungspreis 2011 an Feldhamster-Forscherin

Pünktlich am 15. Juli springt die innere Uhr des Feldhamsters von der Sommerzeit auf die Winterzeit um: Das Schlafhormon Melatonin schnellt in die Höhe
Weiterlesen

Deutsche Wildtier Stiftung

Feldhamster-Junge vom Hunger-Tod bedroht: Schutzprojekt der Deutschen Wildtier Stiftung sichert das Überleben

Der Feldhamsternachwuchs ist geboren. Auf dem Acker in knapp zwei Meter Tiefe werden die Winzlinge von Mama Hamster gesäugt. Feldhamster sind inzwischen extrem selten und stehen in Deutschland auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Säugetiere ganz weit oben
Weiterlesen

Deutsche Wildtier Stiftung

Feldhamster Schutzprojekt

Todesursache Nahrungsmangel - Deutsche Wildtier Stiftung startet Feldhamster Schutzprojekt. Bis in die 1960er Jahre noch weit verbreitet, findet sich der Feldhamster heute in Kategorie II der Roten Liste bedrohter Arten in Deutschland wieder
Weiterlesen