Start der Feldforschung im bundesweiten Schutzprojekt für die Mopsfledermaus

(07.05.2020) Die Mopsfledermaus lebt bevorzugt in reich strukturierten Wäldern mit viel stehendem Totholz. Als Quartiere nutzt sie vor allem alte Bäume mit abstehenden Rindentaschen. Doch wo in unseren Wäldern gibt es Mopsfledermäuse?

Wie nutzen diese Tiere ihre Lebensräume und wie lassen sich die Bedingungen für die bedrohte Art verbessern? Um mehr darüber zu erfahren, beginnen ab Mai in acht Bundesländern Feldforschungsarbeiten zur deutschlandweiten Verbreitung der Mopsfledermaus.


Mopsfledermäuse in einem Fledermauskasten

Die Arbeiten sind Bestandteil eines bundesweiten Schutzprojekts im Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Sie bilden den ersten zentralen Baustein für ein Verbundprojekt von Stiftung FLEDERMAUS, Naturstiftung David, NABU Baden-Württemberg und Niedersachsen sowie der Universität Greifswald, das sich bis Dezember 2024 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt dem Schutz und der Förderung der Mopsfledermaus in Deutschland widmet.

Das Forschungsteam aus dem Institut für Angewandte Zoologie und Naturschutz der Universität Greifswald untersucht im Rahmen des bundesweiten Schutzprojekts für die Mopsfledermaus dabei die genetische Populationsstruktur dieser bedrohten Art in Deutschland.

Ziel ist eine Abschätzung, inwieweit die derzeitigen Vorkommen der Mopsfledermaus über Genfluss miteinander verbunden sind und ob Populationen in den Regionen Deutschlands, in denen die Mopsfledermaus weitgehend verschwunden war, eine ausreichende genetische Vielfalt aufweisen, um langfristig überlebensfähig zu sein.

Dabei betreiben die Forschenden der Universität Greifswald eigene Feldarbeiten in Mecklenburg-Vorpommern und Nordbayern und arbeiten eng mit den Projektpartnern zusammen, die in anderen Teilen Deutschlands Feldforschung zur Mopsfledermaus betreiben, um an die notwendigen genetischen Proben zu kommen.



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