Nachzucht von Beulenkrokodilen in Wien

(24.01.2011) Premiere im Tiergarten Schönbrunn: Bei den Beulenkrokodilen sind im November 2010 drei Jungtiere geschlüpft - der erste Krokodilnachwuchs überhaupt in der Geschichte des Zoos.



Nachzucht von Beulenkrokodilen in Wien
Ab sofort sind die drei Mini-Reptilien im Krokopavillon des Terrarienhauses zu sehen. Das Trio wirkt derzeit eher süß als furchteinflößend. Die hellgold und schwarz gefärbten Jungtiere messen gerade einmal 30 Zentimeter, wiegen rund 80 Gramm und haben winzige, spitze Zähne. Auf ihrem Speiseplan stehen Insekten und Regenwürmer.


Seit 1993 lebt das Krokodil-Pärchen Puebla und Durango in Schönbrunn. In ihrer erst vor zweieinhalb Jahren rundum erneuerten Anlage fühlen sich die beiden zwar sichtlich wohl, Nachwuchs gab es bisher aber nicht.

Seit 2008 haben die Tierpfleger gemeinsam mit der Tiertrainerin ein Trainingsprogramm entwickelt, das nicht nur den Alltag der Tiere bereichert, sondern auch dazu beiträgt, dass sich das Krokodilweibchen beim Brutgeschäft durch nichts stören lässt.

Nach all diesen Bemühungen zeigten die beiden bereits 2009 normales Brutverhalten. Damals entwickelten sich die Eier wahrscheinlich aufgrund zu hoher Bodentemperatur an der Stelle des Bruthügels nicht. Mit dem neu gewonnenen Wissen war der zweite Brutversuch im November des Vorjahres erfolgreich. Einige Eier wurden aus dem Bruthügel entnommen, drei Tiere sind im Brutapparat geschlüpft.

„Die Freude über den Nachwuchs ist extrem groß, weil viel Arbeit und Überlegungen dahinter stecken“, so Anton Weissenbacher, Leiter des Aquarien-Terrarienhauses.

Wegen ihres Leders wurden Beulenkrokodile, die mit einer Gesamtlänge von maximal 3,5 Metern zu den kleineren Krokodilarten gehören, gnadenlos gejagt. In ihrem Verbreitungsgebiet im Süden Mexikos, in Guatemala und Belize waren sie vor 40 Jahren fast ausgerottet.

Der Zoo Atlanta und weitere Institute in Amerika und Mexiko widmeten sich intensiv ihrer Nachzucht – mit Erfolg. Viele Tiere wurden ausgewildert und konnten sich gut etablieren. Beulenkrokodile gelten heute noch als gefährdet, sind aber nicht mehr unmittelbar vom Aussterben bedroht.

Weitere Meldungen

Meeresechse auf den Galápagos-Inseln; Bildquelle: Amy MacLeod

Meerechsen auf Galápagos: Freiwillige zur Auswertung von Luftbildern gesucht

Ein Forschungsteam unter Leitung von Dr. Amy MacLeod zählt mithilfe von Drohnen Meeresechsen auf den Galápagos-Inseln. Ziel des Projekts der Universität Leipzig ist es, die Populationsgrößen dieser vom Aussterben bedrohten Art festzustellen
Weiterlesen

Brückenechse ; Bildquelle: Bernard Spragg. NZ

Brückenechse: Evolutionäres Geheimnis um „lebendes Fossil“ gelüftet

Erstmals hat ein internationales Team von Wissenschaftler*innen, zu dem auch Dr. Stefan Prost vom LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik gehört, das Genom der Brückenechse entschlüsselt
Weiterlesen

Bestimmungshilfe für Waran-Arten für Artenschutz- und Zollbehörden

Gratis Download: Bestimmungshilfe für Waran-Arten für Artenschutz- und Zollbehörden

Eine neue visuelle Bestimmungshilfe für Waran-Arten erleichtert Artenschutz- und Zollbehörden künftig ihre Arbeit bei der Umsetzung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES
Weiterlesen

3-D-Rekonstruktion des Thalattosuchian; Bildquelle: G. Fritsch/Leibniz-IZW

Hightech-CT offenbart evolutionäre Anpassung ausgestorbener Krokodilverwandter beim Übergang vom Land ins Wasser

Der Baum des Lebens ist reich an Arten, die vom Wasser aufs Land übergegangen sind. Einige Arten nahmen jedoch die entgegengesetzte Richtung
Weiterlesen

Ein prächtiges Männchen der Sulawesi-Segelechse (Hydrosaurus celebensis). Die kleinen "Wasserdrachen" sind häufig in der Nähe von Flüssen anzutreffen.; Bildquelle: Andrea Gläßer-Trobisch & Dietmar Trobisch

Neue Zählung der Segelechsen-Arten von Sulawesi

Seit über 100 Jahren wurde angenommen, dass es nur drei Arten Segelechsen in Südostasien gibt. Durch eine neue Studie konnte nun jedoch gezeigt werden, dass auf der indonesischen Insel Sulawesi gleich zwei verschiedene Arten von Segelechsen vorkommen,
Weiterlesen

Wissenschaft

Universitäten

Neuerscheinungen

09.10.