Zoo Zürich: e-Lefant Zoo Zürich: e-Lefant

(26.04.2005) Vorbereitungen auf die Elefantengeburten im Zoo Zürich

2005 werden gleich zwei Elefantengeburten im Zoo Zürich erwartet. Die erste in der nächsten Zeit, die zweite ungefähr im September. Die Tragzeit dauert bei Elefanten 22 Monate, wobei wie bei anderen Tieren und beim Menschen Abweichungen von 5-10% der Trächtigkeitsdauer normal sind. Die Tierpfleger haben jetzt mit der Nachtwache bei der Elefantenmutter Ceyla-Himali begonnen. Der Geburtenfilm kann dank unseren Sponsoren und Partnern vom Internet heruntergeladen und die ersten Stunden über die Webcam live miterlebt werden. Interessenten werden per SMS oder Email alarmiert. Mit der Übertragung will der Zoo Zürich ein breites Publikum ansprechen und das erwartet grosse Interesse nutzen, um über die Situation der Asiatischen Elefanten in der Wildnis zu informieren. Das Wohl des Tieres steht dabei jederzeit im Vordergrund und wird durch die Übertragung nicht berührt. Bereits in diesen Tagen sind Live-Bilder aus dem Elefantenhaus zu sehen, und zwar unter www.zoo.ch/elefanten.

Die Geburt eines Elefanten ist jedesmal ein mit Spannung erwartetes Ereignis im Zoo Zürich. Die Elefantenkuh Ceyla-Himali erwartet nun in den nächsten Tagen ihr sechstes Baby. Um ein breites Publikum am «Elefantenleben» und an der Ankunft des jüngsten Spross der Zürcher Elefantengruppe teilhaben zu lassen, hat sunrise mit ihrem Partner Sensational und mit der Unterstützung von Microsoft Schweiz im Innen- und Aussengehege die Installation mobiler Webcams ermöglicht. Besucher der Zoo-Website können das Geschehen via Microsoft Media Streaming Server und Windows Media Player live mitverfolgen. Der Geburtsvorgang selbst wird kurz nach der Ankunft des Elefantennachwuchses als Aufzeichnung übertragen. Bisher konnten alle Elefantengeburten im Zoo Zürich auch fotografiert oder gefilmt werden. Tierpfleger und Tierarzt sind jeweils bei einer Elefantengeburt dabei. Die geplante Internet-Übertragung ändert nichts am bewährten Geburts-Szenario. Das Wohl des Tieres steht jederzeit im Vordergrund und wird durch die Übertragung in keiner Art und Weise tangiert.

Verdoppelung der Fläche der Innenanlage der Elefantenkühe

Im Vorfeld der zwei Geburten wurde das Innengehege stark vergrössert, damit sich die einzelnen Tiere der - wie wir hoffen um zwei Tiere vergrösserten - Gruppe auch einmal besser aus dem Weg gehen können. Dadurch haben die beiden Mütter aber auch mehr Ruhe bei der Aufzucht der kleinen Elefanten. Zudem können die Elefanten die Aussenanlage, deren Oberfläche zurzeit saniert wird, über einen weiteren Zugang erreichen.

Mutter Ceyla-Himali

Als noch nicht ganz einjähriges Jungtier kam Ceyla-Himali im März 1976 aus Sri Lanka nach Zürich. Sie wuchs in Begleitung der älteren Elefantenkühe Druk, Chhukha und der 1988 verstorbenen Thaia heran. Der Zuzug des Bullen Maxi im Jahre 1982 trug 1984 erstmals Früchte: Ceyla-Himali gebar ihre erste Tochter Komali. Vier weitere Kälber folgten 1989 (Panang), 1994 (Upali), 1997 (Xian) und 2000 (Aishu). Panang wechselte 1995 in den Münchner Tierpark und hatte dort vor drei Monaten eine Totgeburt. Der Bulle Upali lebt seit 1997 in Chester und wächst zum künftigen Zuchtbullen der dortigen Elefantenherde heran. Komali wurde nach einem schweren Zwischenfall mit einem Tierpfleger eingeschläfert und die beiden Bullen Xian und Aishu erlagen einer Herpesinfektion.

Ceyla-Himali – unverkennbar mit ihren eher kurzen Beinen und dem auch im nicht-trächtigen Zustand seitlich ausladenden Bauch – steht kurz vor der Geburt ihres 6. Kalbes. Dass sie seit geraumer Zeit im Stall in der Wurfbox von den anderen Kühen abgetrennt ist, hängt nicht nur mit der bevorstehenden Geburt zusammen. So werden auch ‚rüsselfeste’ Streitereien unter den Kühen während der Abwesenheit der Pfleger verhindert. In wenigen Monaten feiert Ceyla-Himali überdies ihren 30igsten Geburtstag. Ihre Geburt wird innerhalb des nächsten Monats erwartet.

Mutter Indi

Elefanten sagt man nach, dass sie besonders intelligent sind. Die Elefantenkuh Indi ist zudem nach ihren Lehr- und Wanderjahren gut geschult. Sie kam 1986 in einem Arbeitselefanten-Camp in Myanmar zur Welt und gelangte 1986 in den Circus Knie. Seit 1999 lebt sie im Zoo Zürich. Ihre zirzensische Vergangenheit blitzt immer wieder auf: Sie ist äusserst beweglich und erweist sich als sehr erfinderisch, wenn es gilt, eine neue Situation zu erkunden und zu testen. Ihre erste direkte Begegnung mit dem Bullen Maxi war ‚Liebe auf den ersten Blick’. Rund 660 Tage später gebar sie 2002 ihre Tochter Chandra. Chandra hat zwischenzeitlich ihr Geburtsgewicht von 115 kg rund verzehnfacht. Da zu verschiedenen Zeiten Paarungen stattgefunden haben, ‚weiss’ wohl nur Indi genauer, wann ihre nächste Geburt ansteht. Wir rechnen mit diesem Ereignis ab Ende August.

Tierärztliche Vorbereitungen

Wie bei den bisherigen Elefantengeburten im Zoo Zürich, wird auch das bevorstehende Ereignis sorgsam vorbereitet, das heisst entsprechendes Material (Medikamente, Infusionen, Stricke usw.) bereitgestellt. Am Tierspital Zürich können wir jederzeit auf die Spezialisten in der Grosstier-Ambulanz zurückgreifen, falls diese notwendig sein sollten. Um den Geburtstermin in Zukunft genauer vorhersagen zu können, nehmen Ceyla und Indi in einer internationalen Studie teil, bei der in regelmässigen Abständen (monatlich, später täglich) Urin auf bestimmte Hormone untersucht wird (am Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin). In Bezug auf Herpes werden bei Ceyla Himali keine speziellen Massnahmen getroffen. Wir sind uns aber bewusst, dass dieses Virus zu Totgeburten, beziehungsweise lebensschwachen Jungtieren führen kann.

Elefantenschutz

Zu den wichtigsten Aufgaben eines Zoos gehört es, die Besucher emotional an die Tiere heranzuführen und dabei über deren Biologie und Situation im Freiland zu informieren. Für die Asiatischen Elefanten ist die Situation im Freiland bedrohlich. Man schätzt deren heutigen Bestand auf noch 40'000 - 50'000 Tiere, mit sinkender Tendenz. Der Hauptgrund für die Bedrohung liegt auch hier im Verlust der Lebensräume durch den steigenden Landbedarf der Menschen. Der Schutz des Asiatischen Elefanten in der Wildnis ist wegen der weiterhin stetig anwachsenden Bevölkerung im Verbreitungsgebiet dieser grössten Landsäugetiere unserer Erde schwierig geworden. Eine Gruppe von Spezialisten, organisiert als Species Survival Comission (SSC) der Internationalen Welt-Naturschutzunion IUCN, zu denen auch der Direktor des Zoo Zürich gehört, fördert und koordiniert einen effizienten und nachhaltigen Schutz der frei lebenden Asiatischen Elefanten. Diese bedrohten Tiere sollen in gesunden, fortpflanzungs- und überlebensfähigen Populationen in möglichst vielen Lebensräumen weiterhin eine Existenz finden können.


Der Zoo Zürich unterstützt die Projekte der SSC mit folgender Zielsetzung:
Eine möglichst präzise Bestandesaufnahme aller frei lebenden Asiatischen Elefanten und die Erforschung der sie bedrohenden Faktoren, ausgehend von folgenden Indikatoren:

Ist das natürliche Habitat für die Elefanten gross und gut genug?
Wie gross ist die Elfenbeinwilderei in den spezifischen Gebieten?
Aufzeichnungen über Todesfälle und gefangene Elefanten in den einzelnen Lebensräumen.
Ausmass der Schäden an Pflanzungen durch Elefanten in den angrenzenden Farmgebieten.

Sponsoren machen die Übertragung erst möglich

Bei der Planung und Realisierung der elektronischen Vermittlung des Geschehens rund um die Elefantengeburt wurde der Zoo Zürich von verschiedenen Sponsoren grosszügig unterstützt. Für die Übertragung aus dem Elefantengehege waren IC Surselva, sunrise und Solutionpark für die Einbindung der Webcams und die Uebertragung verantwortlich. Die Installation der mobilen Kameras, die dem Zoo auch nach der Geburt zur Verfügung stehen werden, übernahm das Zürcher Unternehmen Sensational.
Die Partner des Zoo Zürich bei der Übertragung der Elefantengeburt sind sunrise als Telekommunikationspartnerin des Zoo Zürich, Axpo, RBF FilmStore AG, eAdvertising AG, Sensational AG, solutionpark streaming GmbH, aurax connecta sowie IC Surselva.

www.zoo.ch/elefanten

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